Das Hallenbad von De Bütt ist nach der Sanierungspause 2026 wieder geöffnet. Für den nächsten großen Bauabschnitt steht allerdings eine deutlich längere Schließung bevor: Etwa ab Juli 2027 soll der Hallenbereich mit den Nebengebäuden für rund zwei Jahre geschlossen werden. Das Variobad soll geöffnet bleiben. Die Öffnungszeiten des Freibads will die Stadt nach Möglichkeit ausdehnen.
Zuletzt aktualisiert am 18.10.2026
Der Stadtrat hat am 6. Oktober 2026 beschlossen, die anstehenden Sanierungsarbeiten einschließlich der Beckensanierung in einem Bauabschnitt umzusetzen. Die bisherige Planung mit vier Bauabschnitten wird nicht weiterverfolgt.
Für Badegäste, Schulen und Vereine sind vor allem drei Fragen wichtig: Wann beginnt die Schließung, welche Angebote bleiben und wann kann die Halle wieder vollständig genutzt werden?
Wann soll De Bütt schließen?
Die Stadt nennt bislang etwa Juli 2027 als Beginn der längeren Schließung. In der Sitzungsvorlage 26/310 ist für die Sanierung in einem Bauabschnitt einschließlich der Becken der 25. Juni 2029 als geplanter Fertigstellungstermin dargestellt. Das ist ein Planungsstand, noch kein verbindlicher Wiedereröffnungstermin.
Nach Abschluss der Bauarbeiten müssen auch die Voraussetzungen für den Badebetrieb erfüllt sein. Die Schließung im Sommer 2026 und die geplante Schließung ab 2027 gehören zu unterschiedlichen Bauphasen.
Wer jetzt schwimmen möchte, findet die aktuellen Öffnungszeiten und Hinweise zur Beckenbelegung direkt bei De Bütt.
Das Freizeitbad De Bütt wurde in den frühen 1990er-Jahren gebaut und seitdem mehrfach erweitert und modernisiert, unter anderem mit dem Variobad im Jahr 2007 sowie einer grundlegenden Erneuerung der Sauna im Jahr 2019. Ausgangspunkt der Sanierungsplanung war, dass viele zentrale technische Anlagen, insbesondere in den Bereichen Lüftung und Badewassertechnik, ihre geplante Lebensdauer bereits überschritten hatten. Der Willicher Stadtrat folgte deshalb einem SPD-Antrag und hat am 16.08.2023 einstimmig für die Schwimmbad-Sanierung gestimmt.
In den vergangenen Jahren konnte der Betrieb durch regelmäßige Wartungen und Reparaturen aufrechterhalten werden. Ersatzteile sind jedoch zunehmend schwerer zu beschaffen, weshalb eine grundlegende Erneuerung der Technik notwendig ist, um den sicheren und zuverlässigen Badebetrieb langfristig zu gewährleisten.

Die grundlegende Entscheidung für die Sanierung ist, wie oben erwähnt, bereits 2023 gefallen. Damals beschloss der Stadtrat einstimmig, das bestehende Bad zu erhalten und umfassend zu modernisieren. In der bisherigen Planung wurde für die Sanierung ein Kostenrahmen von rund 18,6 Millionen Euro netto angesetzt. Diese Zahl beschreibt den früheren Planungsstand und ist keine aktualisierte Gesamtkostenschätzung nach den neuen Erkenntnissen zur Beckensanierung.
Warum wird nun in einem Bauabschnitt saniert?
Ein neues Gutachten hat den baulichen Zustand der Hallenbecken untersucht. Es dokumentiert unter anderem Hohlstellen unter den Fliesen, beschädigte Fugen, Risse und Hinweise auf Undichtigkeiten.
Die Gutachter empfehlen, die Fliesenauskleidung der Becken und Beckenumläufe einschließlich des darunterliegenden Mörtels vollständig zurückzubauen und zu erneuern. Anschließend sollen die Betonkonstruktionen und ihre Dichtigkeit überprüft und erforderliche Schäden behoben werden. Der genaue Umfang weiterer Arbeiten lässt sich deshalb erst nach dem Freilegen genauer bestimmen.

Diese Beckensanierung muss mit den übrigen Arbeiten abgestimmt werden. Ein Badebetrieb direkt neben der Baustelle würde aufwendige Abtrennungen, wechselnde Wege und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erfordern. Hinzu kämen Baulärm, Staub und immer wieder veränderte Nutzungsmöglichkeiten.
Die Verwaltung erwartet durch die zusammenhängende Umsetzung einen einfacheren Bauablauf und eine kürzere Gesamtbauzeit als bei vier Bauabschnitten. Die Vorlage nennt außerdem einen prognostizierten wirtschaftlichen Vorteil von mindestens 500.000 Euro. Sie stellt ausdrücklich klar, dass dies noch keine gesicherte Einsparung ist.
Was bleibt während der Schließung geöffnet?
Nach der Mitteilung der Stadt soll das Variobad geöffnet bleiben. Auch das Freibad soll weiter genutzt werden. Seine Öffnungszeiten sollen nach Möglichkeit ausgedehnt werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche bisherigen Angebote in diese Bereiche verlagert werden können. Dafür unterscheiden sich die Becken zu stark in ihrer Größe und Nutzung. Auch die verfügbaren Zeiten sind begrenzt.
Für Schulen, Vereine und Schwimmkurse braucht es deshalb eine konkrete Belegungsplanung. Laut Verwaltung ist vorgesehen, das Grundschulschwimmen im Variobad unterzubringen. Für die weiterführenden Schulen muss noch eine Lösung gefunden werden.
Was kostet die Beckensanierung?
Für die Ausführung der Becken wurden drei Varianten verglichen:
- Alle Becken mit Fliesen: rund 1,22 Millionen Euro.
- Edelstahl im Sport-, Lehrschwimm- und Rutschenlandebecken, Fliesen im Freizeitbereich: rund 2,15 Millionen Euro.
- Alle Becken mit Edelstahl: rund 3,02 Millionen Euro.
Der Rat hat sich für die Fliesenvariante entschieden. Sie hat die niedrigsten geschätzten Anfangskosten.
Die Beträge beziehen sich auf die betrachteten Varianten der Beckensanierung. Sie sind nicht mit den Gesamtkosten der Sanierung von De Bütt gleichzusetzen. Der Ausbau beziehungsweise eine gegebenenfalls erforderliche Erneuerung des Hubbodens ist laut Vorlage in dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt.
Auch die Folgekosten gehören zur Abwägung. In der vereinfachten Berechnung über 30 Jahre schneidet die Fliesenvariante am günstigsten ab. Über 50 Jahre sieht die Vorlage unter ihren Annahmen Vorteile für Edelstahl. Diese langfristigen Rechnungen beruhen jedoch auf Annahmen zu späteren Reparaturen und Erneuerungen. Sie sind keine gesicherten Kostenprognosen.
Was wurde seit 2023 beschlossen, vorbereitet und umgesetzt?
Die Sanierung von De Bütt begann nicht erst mit dem neuen Beckengutachten. Schon vorher war klar, dass große Teile der Technik und des Gebäudes erneuert werden müssen. Die inzwischen genauer untersuchten Beckenschäden erweitern beziehungsweise konkretisieren den Sanierungsbedarf und verändern den vorgesehenen Bauablauf.




2023: Entscheidung für den Erhalt und die Sanierung
Am 16. August 2023 beschloss der Stadtrat einstimmig, De Bütt zu erhalten und umfassend zu sanieren. Grundlage war ein SPD-Antrag. Der damalige Kostenrahmen lag bei rund 18,6 Millionen Euro. Damit fiel die Entscheidung für die Modernisierung des bestehenden Freizeitbads und gegen einen Neubau.
Es ging dabei von Anfang an um mehr als die Fliesen in den Schwimmbecken. Zum Sanierungsprogramm gehörten die Wasser- und Lüftungstechnik, die Warmwasserversorgung sowie Arbeiten an Dach und Fassade. Auch Umkleiden, Sanitärbereiche und Barrierefreiheit waren Teil der weiteren Planung.
Der damalige Kostenrahmen beschreibt deshalb ein umfassendes Sanierungsprojekt. Er bedeutet weder, dass dieses Geld bereits vollständig ausgegeben wurde, noch ist er eine aktuelle Gesamtkostenschätzung nach dem neuen Beckengutachten.
2024 und 2025: Planung, Ausschreibungen und technische Vorbereitung
In den folgenden Jahren wurden die Planungen ausgearbeitet und Leistungen ausgeschrieben. Dabei verlief nicht jede Vergabe wie erhofft. Im November 2024 berichtete die Verwaltung, dass Angebote für die Badewassertechnik und die Heizungs- und Sanitärtechnik aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt worden waren. Die Leistungen sollten erneut ausgeschrieben und die Maßnahmen 2026 umgesetzt werden.
Auch 2025 beschäftigten wir uns als Politik mit der technischen Erneuerung. Im Mittelpunkt standen unter anderem die notwendige Wasser- und Heiztechnik, die Verbindung zum Blockheizkraftwerk und der Umgang mit der veralteten Lüftungsanlage. Beraten wurden außerdem vorübergehende Maßnahmen an der Wärmerückgewinnung, um den Betrieb bis zur umfassenden Erneuerung abzusichern.
Diese Jahre waren damit wichtige Vorbereitungsphasen. Die damaligen Berichte über Planungen und Vergaben dürfen allerdings nicht mit einer bereits abgeschlossenen Sanierung dieser Anlagen verwechselt werden.
2026: Neue Technik unter der Schwimmhalle
Ab dem 4. Mai 2026 war der Hallenbereich für die Arbeiten geschlossen. Der Schwerpunkt lag auf der Wasser- und Heiztechnik hinter den Kulissen. Die Wasseraufbereitung wurde erneuert. Vor der Wiedereröffnung wurden die Becken wieder gefüllt, an die Wasserumwälzung angeschlossen und die neue Technik im Testbetrieb geprüft.



Für Badegäste war davon zunächst wenig zu sehen. Der eigentliche Badebereich ist noch nicht umgestaltet worden. Eine funktionierende Wasseraufbereitung ist trotzdem unverzichtbar: Sie hält das Beckenwasser sauber und ermöglicht einen verlässlichen Badebetrieb.
Anfang Oktober öffnete der Hallenbereich wieder. Während der Bauphase hatte das früher geöffnete Freibad ein zusätzliches Schwimmangebot ermöglicht.
Warum trotzdem weitere umfangreiche Arbeiten folgen
Mit der neuen Wassertechnik ist die Gesamtsanierung noch nicht abgeschlossen. Die weiteren Arbeiten an Gebäude, Lüftung und den von Badegästen genutzten Bereichen waren bereits vor dem neuen Beckengutachten vorgesehen.
Hinzu kommen nun die durch das Gutachten konkretisierten Arbeiten an den Becken und ihren Fliesenauskleidungen. Diese müssen mit der übrigen Sanierung abgestimmt werden. Deshalb wurde auch die bisherige Aufteilung in vier Bauabschnitte neu bewertet.
Die lange Schließung ab 2027 dient somit der zusammenhängenden Umsetzung mehrerer notwendiger Sanierungsmaßnahmen. Sie ist nicht allein mit dem Austausch beschädigter Fliesen zu erklären.
Wie geht es weiter?
Für mich ist entscheidend, dass Schulen, Vereine und Badegäste frühzeitig verlässliche Informationen bekommen. Eine fast zweijährige Hallenbadschließung ist ein erheblicher Einschnitt. Umso wichtiger sind eine nachvollziehbare Terminplanung und konkrete Ersatzangebote.
Offen bleiben insbesondere die genaue Belegung der verfügbaren Becken, Lösungen für die weiterführenden Schulen und die weitere Konkretisierung der Kosten. Auch der Termin für die tatsächliche Wiedereröffnung muss rechtzeitig mitgeteilt werden.
Wer die Vorgeschichte nachlesen möchte, findet hier meinen Bericht zum Sanierungsbeschluss vom März 2025 und meine Einordnung der politischen Debatte vom Februar 2026. Beide Beiträge dokumentieren den damaligen Stand.
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