Zollstraße in Willich: So kann bezahlbarer Wohnraum möglich sein

Mir ist wichtig, hier sauber und transparent einzuordnen, dass der Stand von 2023 nicht mehr identisch mit dem heute realisierten Projekt ist. In meinem früheren Beitrag habe ich den damaligen Planungsstand beschrieben. Damals ging es unter anderem um Bodenfragen, um die frühere Nutzung der Fläche und um die Übertragung des Grundstücks an die Grundstücksgesellschaft im September 2023. In diesem damaligen Stand war noch eine andere bauliche Konzeption beschrieben.

Genau deshalb ist das Projekt an der Zollstraße in Willich heute so interessant. Es zeigt, dass kommunale Projekte sich im Verlauf verändern können, ohne dass das Ziel verloren geht. Das Ziel war und ist, in Willich Wohnraum zu schaffen, der nicht nur auf dem Papier bezahlbar sein soll, sondern praktisch nutzbar, gut gelegen und alltagstauglich ist. Entscheidend ist aus meiner Sicht deshalb nicht, ob jede frühe Skizze am Ende unverändert umgesetzt wurde. Entscheidend ist, dass am Ende Wohnungen entstanden sind!

Was an der Zollstraße in Willich konkret entstanden ist

An der Zollstraße 15 in Willich sind zwei Häuser mit insgesamt vier Wohnungen entstanden. Jede Wohnung hat rund 80 Quadratmeter Wohnfläche. In jedem Haus gibt es zwei Wohnungen, unten mit Terrasse und oben mit Balkon. Auf dem Dach befindet sich jeweils eine Photovoltaik-Anlage. Hinzu kommt ein Luft-Wärmepumpen-System. Außerdem verfügen die Wohnungen über eine integrierte Küche und ein barrierefreies Bad. Die Wohnungen sind bereits komplett vermietet.

Das ist für mich der eigentliche politische Kern dieses Projekts:

  • vier konkrete Wohnungen statt bloßer Ankündigungen
  • rund 80 Quadratmeter pro Einheit
  • Terrassen und Balkone statt Minimalstandards
  • Photovoltaik und Wärmepumpe statt veralteter Technik
  • barrierefreie Bäder für mehr Alltagstauglichkeit
  • bereits vermieteter Wohnraum statt jahrelanger Warteschleife

Gerade diese Mischung finde ich überzeugend. Bezahlbarer Wohnraum darf nicht mit einem abgesenkten Qualitätsanspruch verwechselt werden. Wer in Willich über Wohnen spricht, muss immer auch darüber sprechen, wie Menschen tatsächlich leben wollen: familiengerecht, funktional, modern, gut angebunden und mit einem Umfeld, das zur Stadt passt.

Warum der Standort an der Zollstraße in Willich sinnvoll ist

Die Lage ist ein echtes Plus. Die Häuser liegen im Grünen zwischen Alt-Willich und Schiefbahn. Es gibt einen herrlichen Blick in die niederrheinische Landschaft und die Bushaltestellen Dickerheide sind quasi vor der Tür. Bei bezahlbarem Wohnraum geht es nicht nur um den Quadratmeterpreis, sondern auch um Mobilität, Erreichbarkeit und Lebensqualität.

Mein Eindruck beim Ortstermin war außerdem: Die Zollstraße verbindet an dieser Stelle vieles, was in Willich oft getrennt diskutiert wird. Man wohnt ruhig und grün, ist aber nicht abgehängt. Man ist schnell Richtung Alt-Willich unterwegs, hat Schiefbahn in der Nähe und profitiert von der direkten ÖPNV-Anbindung. Auch genau deshalb halte ich den Standort für gelungen.

Was ich aus dem Projekt für Willich mitnehme

Für mich zeigt die Zollstraße in Willich vor allem drei Dinge. Erstens: Kommunale Handlungsfähigkeit ist möglich. Wenn wir in Willich bezahlbaren Wohnraum wollen, dürfen wir uns nicht darauf beschränken, nur Ziele zu formulieren. Wir müssen Projekte so organisieren, dass am Ende wirklich gebaut wird. Die Zollstraße ist dafür ein greifbares Beispiel.

Zweitens: Gute Wohnprojekte brauchen Zusammenarbeit. Bei dem Projekt haben Aufsichtstrat, Geschäftsführung, Architektin und weitere Beteiligte gut zusammengearbeitet. Genau so entstehen tragfähige Lösungen: nicht durch Lautstärke, sondern durch klare Zuständigkeiten, fachliche Begleitung und gemeinsames Arbeiten an einem Ergebnis.

Drittens: Die Grundstücksgesellschaft kann für Willich mehr sein als nur Verwalterin von Flächen. Das zeigt auch ein Blick auf unsere öffentliche Projektübersicht: Die GSG arbeitet an ganz unterschiedlichen Vorhaben, von unseren Gewerbegebieten und der Innenstadtentwicklung über das Baugebiet östlich Niersplank bis zu Projekten in Alt-Willich, Schiefbahn und Anrath. Gerade deshalb halte ich sie für einen wichtigen Baustein, wenn es um die Zukunft unserer Stadt geht.

Bezahlbarer Wohnraum in Willich braucht konkrete Projekte

In Willich wird seit Jahren über Wohnraum gesprochen. Das ist richtig und notwendig. Aber am Ende zählen nicht Redebeiträge, sondern Wohnungen. Die Zollstraße ist kein Megaprojekt mit riesiger Stückzahl. Gerade deshalb ist sie politisch interessant. Denn sie zeigt, dass auch kleinere Projekte eine Wirkung haben können, wenn sie sinnvoll geplant, zuverlässig umgesetzt und in ein städtisches Gesamtkonzept eingeordnet werden.

Vier Wohnungen lösen das Wohnungsproblem in Willich natürlich nicht allein. Aber vier moderne, bereits vermietete Wohnungen an einem gut angebundenen Standort sind eben auch nicht nichts. Sie sind ein konkreter Beitrag. Und sie senden ein wichtiges Signal: Auch in Willich können wir Schritt für Schritt zusätzlichen Wohnraum schaffen, wenn wir Entscheidungen treffen, Projekte begleiten und Verantwortung nicht hin und her schieben.

Fazit zur Zollstraße in Willich

Ich halte das Bauprojekt an der Zollstraße in Willich für ein gutes Beispiel dafür, wie kommunale Verantwortung praktisch aussehen kann. Es verbindet bezahlbaren Wohnraum mit moderner Technik, sinnvoller Lage und einer Umsetzung, die erkennbar auf Alltagstauglichkeit setzt. Für mich ist das kein Anlass für laute Selbstbeweihräucherung. Aber es ist sehr wohl ein Anlass, nüchtern festzuhalten: So entstehen vor Ort Lösungen, die für Willich einen echten Mehrwert haben.

Genau diese Haltung ist mir in der Kommunalpolitik wichtig. Sachlich arbeiten, Probleme realistisch einordnen, gemeinsam mit Geschäftsführung, Aufsichtsrat und weiteren Beteiligten tragfähige Lösungen entwickeln und am Ende Ergebnisse sichtbar machen. Die Zollstraße ist dafür ein gutes Beispiel. Und sie sollte für Willich eher Anfang als Ausnahme sein.

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