Konrad-Adenauer-Park: Umbau hat Vorrang, Domgarten muss warten

Konrad-Adenauer-Park in Willich im September 2026

Stand: 23. Oktober 2026

Der Konrad-Adenauer-Park soll umgestaltet werden. Die Neugestaltung des Domgartens wird dagegen vorerst verschoben. Mit dieser Entscheidung reagieren wir als Kommunalpolitik auf gestiegene Kosten: Für den Park rechnet die Verwaltung inzwischen mit rund 2,75 Millionen Euro. Gegenüber der bisherigen Finanzierung fehlen etwa 1,1 Millionen Euro.

Der Stadtrat hat am 6. Oktober 2026 entschieden, den Parkumbau fortzuführen und dafür unter anderem die bislang für den Domgarten vorgesehenen Verpflichtungsermächtigungen einzusetzen.

Die einstimmige Entscheidung zeigt, wie konkret die angespannte Haushaltslage inzwischen in die Stadtentwicklung eingreift. Zwei lange vorbereitete Vorhaben lassen sich nicht mehr ohne zusätzliche finanzielle Verschiebungen gleichzeitig umsetzen. Allerdings hat auch das Verschieben seinen Preis.

Was sich im Konrad-Adenauer-Park ändern soll

Zum Konzept gehören ein neuer, naturnaher Teich, überarbeitete Wege, neue Sitzbänke, Beleuchtung und Abfallbehälter. Hinzu kommen ein Wasserspielplatz und eine veränderte Bepflanzung. Der bisherige Teich wird bereits seit dem Sommer nicht mehr künstlich befüllt.

Die Verwaltung will den Park zugleich besser auf Hitze und Trockenheit vorbereiten. Robuste, standortgerechte Pflanzen sollen mit weniger Pflege und Bewässerung auskommen. Grünflächen sollen zur Abkühlung beitragen und Regenwasser aufnehmen können. Für die Menschen im Ortskern geht es damit auch um einen gut nutzbaren Aufenthaltsort im Freien.

Warum der Umbau trotz Einsparungen teurer wird

Die Planung hat eine längere Vorgeschichte. Eine erste Förderung erhielt die Stadt bereits 2020. Ursprünglich wurde das Vorhaben von einem externen Planungsbüro bearbeitet. Nach Darstellung der Verwaltung ließ sich dessen Planung in der vorgelegten Form nicht umsetzen. Die Zusammenarbeit wurde deshalb zum 21. Februar 2025 im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Anschließend überarbeitete die städtische Planung das Konzept. Weniger Wege sollen vollständig neu gebaut werden. Auf aufwendige geschwungene Verläufe wurde verzichtet. Bestehende Wege sollen möglichst erhalten und saniert werden. Außerdem wurde die Teichanlage verkleinert. Das sollte sowohl die Baukosten als auch den späteren Unterhalt begrenzen.

Trotzdem liegt die aktualisierte Kostenberechnung bei rund 2,75 Millionen Euro. Zusätzliche Städtebaufördermittel für den Mehrbedarf stehen laut Verwaltung nicht zur Verfügung. Den zusätzlichen Finanzierungsbedarf muss Willich deshalb selbst decken.

Wichtig ist die Unterscheidung: Die 2,75 Millionen Euro sind die derzeit berechneten Gesamtkosten. Die rund 1,1 Millionen Euro sind die Lücke gegenüber der bisherigen Finanzierung. Daraus lässt sich nicht einfach ableiten, welcher Anteil der Mehrkosten auf Baupreise, die frühere Planung oder einzelne neue Anforderungen entfällt.

Wie der zusätzliche Finanzierungsbedarf gedeckt wird

Die Stadt bündelt dafür Mittel aus mehreren Bereichen u. a. 80.000 Euro aus dem Bereich „Schule und Sport“ und 250.000 Euro aus dem Mobilitäts- und Verkehrskonzept. Hinzu kommen 390.000 Euro, die bislang für den Domgarten vorgesehen waren.

Die Übertragungen bedeuten dabei nicht automatisch, dass entsprechende Angebote gestrichen werden. Ein Teil der Leistungen wurde bereits aus einem anderen Bereich bezahlt. Weitere Mittel waren ohnehin für den Spielbereich im Konrad-Adenauer-Park bestimmt.

Beim Domgarten geht es um sogenannte Verpflichtungsermächtigungen für Zahlungen in den Jahren 2027 und 2028. Die Stadt kann damit Verpflichtungen für spätere Ausgaben eingehen. Die Umbuchung deckt den zusätzlichen Finanzierungsbedarf des Parks, macht dessen Umbau aber nicht günstiger.

Was die Verschiebung für den Domgarten bedeutet

Auch die Neugestaltung des Domgartens ist schon lange vorbereitet. Sie wurde erstmals 2018 zur Förderung angemeldet. Eine Entwurfsplanung beschloss der Planungsausschuss 2022. Inzwischen liegt auch die Ausführungsplanung vor.

Der Domgarten wird vorerst nicht umgestaltet. Wann die bereits ausgearbeitete Planung umgesetzt werden kann, ist noch offen.

Für die Freianlagen des Domgartens rechnet die Verwaltung einschließlich weiterer projektbezogener Aufwendungen inzwischen mit rund 790.000 Euro. Eine erneute Städtebauförderung bei späterer Umsetzung erwartet sie nach heutigem Stand nicht. Die künftige Finanzierung bleibt damit zunächst offen. Zudem könnten weiter steigende Baupreise das Vorhaben zusätzlich verteuern.

Es gab eine Alternative: Beide Projekte hätten fortgeführt werden können. Dafür wären weitere Mittelverschiebungen nötig gewesen. Unter anderem hätte sich die Maßnahme „Auf dem Wall“ in Schiefbahn um ein Jahr verschoben. Wir entschieden uns, dem Park Vorrang zu geben.

Was jetzt wichtig ist

Für mich gehört zu einer solchen Entscheidung, ihre Folgen offen zu benennen. Die Stadt kann mit begrenztem Geld nicht jedes Vorhaben gleichzeitig verwirklichen. Aber eine Verschiebung ist nicht automatisch eine dauerhafte Einsparung. Wenn Fördermöglichkeiten wegfallen und Baupreise steigen, kann die spätere Umsetzung sogar noch schwieriger werden.

Genau diese Transparenz habe ich bereits in meinem Beitrag zur Haushaltssperre vom September 2026 eingefordert: Welche Projekte laufen weiter, welche werden verschoben und was bedeutet das finanziell? Für den Konrad-Adenauer-Park braucht es nun einen nachvollziehbaren Zeitplan und eine fortlaufende Kontrolle der Kosten.

Beim Domgarten sollte die Verwaltung erkennbar machen, unter welchen finanziellen Voraussetzungen die Stadt das Vorhaben wieder aufgreifen kann.

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