Geburtenrückgang in Willich: Die Stadt verliert ihre Kinder

Willich erlebt eine demografische Zäsur. Der Geburtenrückgang ist deutlich stärker als im Landes- und Bundesdurchschnitt, gleichzeitig entsteht ein Überhang an Kitaplätzen. Was zunächst wie ein rein statistisches Phänomen wirkt, hat weitreichende Folgen für Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt und kommunale Infrastruktur.

Bestandsaufnahme: Die Geburtenrate fällt in Willich besonders stark

Biregio-Bedarfsprognose zeigt deutlichen Geburtenrückgang

Der Geburtenrückgang hat unmittelbare Auswirkungen: Die Kita-Anmeldungen sind bereits im Vorjahr um 22 % gesunken und gehen zum kommenden Kitajahr nochmals um 11 % zurück (von 614 über 482 auf 430). Aktuell gibt es rund 90 unbesetzte verfügbare Plätze. Zusätzlich bestehen räumliche Kapazitäten für etwa 110 weitere Plätze, die von den Trägern in diesem Kitajahr jedoch unter anderem wegen Personalmangels nicht eingerichtet wurden.

Quellen: Landesdatenbank NRW (IT.NRW), Statistisches Bundesamt, Biregio

Parallel sinkt die Geburtenrate bundes- und landesweit, in Willich aber seit 2020 überproportional um rund 30 % (zuletzt 1,14 in Willich gegenüber 1,44 in NRW und 1,38 bundesweit). Selbst die Realisierung aller bislang geplanten Neubaugebiete führt laut Prognose nicht zu einem Bevölkerungswachstum, sondern gleicht lediglich Verluste aus. Die Zahl der Kinder in relevanten Altersjahrgängen ist zwischen 2018 und 2025 von 404 auf 298 zurückgegangen, also um 26 %.

Der Geburtenrückgang wird damit nicht durch Zuzüge kompensiert. Insgesamt gibt es in Willich weniger Kinder und potenzielle Eltern als im NRW-Durchschnitt, dafür einen höheren Anteil der 50- bis 65-Jährigen. Damit hat sich die Lage gegenüber der Prognose 2022 grundlegend gedreht: Während damals für 2030 noch ein leichtes Platzdefizit von 13 Kita-Plätzen erwartet wurde, weist die aktuelle Prognose nun einen Überhang von 354 Plätzen aus!

Willich rutscht auch bei der Einwohnerzahl ab

Der Geburtenrückgang fällt in eine Phase, in der Willich auch bei der Einwohnerzahl nicht mehr wächst. Die amtliche Bevölkerungsfortschreibung der Landesdatenbank NRW zeigt: Nach einem Höchststand von 52.000 Einwohnern Ende 2007 sank die Einwohnerzahl schrittweise. Seit 2022 liegt Willich unter der Marke von 50.000 Einwohnern (Ende 2024: 49.413).

Methodische Effekte rund um den Zensus 2022 sind dabei zu beachten, die Grundrichtung ist jedoch eindeutig: Willich stagniert nicht nur – die Stadt verliert in den letzten Jahren Einwohner. Das verstärkt den Druck auf Infrastrukturplanung und Stadtentwicklung, weil weniger junge Haushalte und weniger Kinder nicht nur ein Kita-Thema sind, sondern ein Standortthema.

Quelle: Landesdatenbank NRW (IT.NRW)

Im Haushaltsplanentwurf 2026 liegt Willich in den statistischen Angaben weiterhin knapp über der Marke von 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gleichzeitig weisen amtliche Veröffentlichungen des Statistischen Landesamts (IT.NRW) seit dem Zensus 2022 teils niedrigere Werte aus. Diese Abweichung ist kein bloßes Detail, sondern ein Hinweis darauf, dass je nach Quelle unterschiedliche Zählweisen zugrunde liegen können. Biregio macht das in der Kita-Bedarfsprognose ausdrücklich transparent: Der dort für Willich ausgewiesene Stand 2024 von 50.782 Einwohnern ist kursiv gesetzt, weil er auf Daten des Willicher Einwohnermeldeamts basiert. Das Statistische Landesamt weist seit dem letzten Zensus dagegen nur noch knapp 49.413 Einwohnerinnen und Einwohner für Willich aus.

Flucht, Zuzug und Wohnungsbau: Warum Prognosen unsicher bleiben

Die Prognose berücksichtigt, dass Migration und Flucht die Bevölkerungsentwicklung kurzfristig beeinflussen können, ihr Effekt auf die Nachfrage nach Kita-Plätzen aber häufig überschätzt wird. Erfahrungen aus 2015 zeigen, dass geflüchtete Familien Betreuungsangebote seltener nutzen – insbesondere bei Unterbringung in Sammelunterkünften. Anders ist die Lage bei schulpflichtigen Kindern, bei denen Sprachförderung und Integration unmittelbar im Mittelpunkt stehen.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in 2022 ist die Zahl der in Deutschland lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer stark gestiegen. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen liegt bei rund 27 Prozent und unterscheidet sich damit deutlich von früheren Fluchtbewegungen. Solche Sonderzuzüge sind, soweit belastbar, in die Prognose eingeflossen, müssen aber wegen unsicherer Unterbringungssituationen vorsichtig interpretiert werden.

Grafik: Biregio

Ein zweiter zentraler Faktor ist die Wohnungsbau- und Baulandentwicklung. Für die Stadt Willich wird – nach aktuellem Planungsstand – bis 2030 mit rund 994 zusätzlichen Wohneinheiten gerechnet, langfristig mit weiteren etwa 960, allerdings unter Vorbehalt wegen Konjunktur, Finanzierung und Baukosten. Neben Neubau gewinnt künftig die Aktivierung bestehender Wohnungen an Bedeutung, etwa durch Leerstandsmanagement und Generationenwechsel in Bestandsimmobilien.

In die Prognose fließen konkrete Baugebiete in allen Stadtteilen ein, unter anderem Vorhaben in Anrath (Krickerhof/Kanalstraße), Neersen (u. a. Schwarzer Pfuhl, Niersplank), Schiefbahn (Diepenbroich, Fontanestraße) und Alt-Willich (u. a. Reinershof, Katharinenhöfe, Moltkedorf, Breite Straße, südlich Kempener Straße).

Insgesamt zeigt die Prognose: Wohnungsbau kann Zuzug ermöglichen, ist aber stark von unsicheren Rahmenbedingungen abhängig – und ohne Aktivierung des Bestands wird die Wirkung begrenzt bleiben.

Neue Baugebiete verhindern Bevölkerungsschwund nicht

Auch wenn Bevölkerungsprognosen immer mit Unsicherheiten verbunden sind, lassen sich die grundlegenden Wellenbewegungen in den einzelnen Altersgruppen relativ zuverlässig ableiten. Die exakten Zahlen können später abweichen, die Richtung der Entwicklung gilt jedoch als klar. Für eine realistische Planung sollte man deshalb mit einem Zeithorizont von höchstens etwa 20 Jahren arbeiten, um die Unwägbarkeiten langfristiger Prognosen zu begrenzen.

Für Willich wird unter der Annahme, dass die geplanten Neubauvorhaben vorsichtig, aber tatsächlich belegt werden, ein langsamer Rückgang erwartet: 2034 werden rund 50.512 Einwohner prognostiziert, 2044 etwa 48.382 und 2054 noch rund 44.380. Ohne zusätzliche Zuzüge – also bei einer rein linearen Fortschreibung – würde die Einwohnerzahl bis 2054 sogar auf etwa 37.049 sinken. Einer der Gründe ist, dass der demografische Verlust der starken Babyboomer-Jahrgänge künftig durch Geburten und Zuwanderung voraussichtlich nicht mehr vollständig ausgeglichen werden kann.

Ursachen: Demografie allein erklärt es nicht

Eine alleinige Ursache für den Geburten- und Bevölkerungsrückgang ist sehr wahrscheinlich nicht auszumachen. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel verschiedener Umstände und Entwicklungen.

Babyboomer dominieren, die Elterngenerationen werden kleiner

Die Altersstruktur einer Stadt folgt typischen Wellenbewegungen. Geburtenstarke Jahrgänge befinden sich jeweils in einer anderen Lebensphase als geburtenschwache – mal gegen Ende des Erwerbslebens, mal am Anfang. Historisch ist das gut erklärbar: In der Nachkriegszeit stiegen die Geburtenzahlen bis Mitte der 1960er Jahre deutlich an. Diese geburtenstarken Jahrgänge wurden später die Elterngeneration, die in den 1990er Jahren eine vergleichsweise große Schülergeneration hervorbrachte. Ab Mitte der 1960er Jahre setzte dann ein starker Rückgang ein, zunächst wegen schwächer besetzter Elternjahrgänge aus der Kriegszeit, später verstärkt durch gesellschaftliche Veränderungen wie den sogenannten Pillenknick. Solche Einschnitte prägen die Altersaufbauten bis heute.

Für Willich ist dabei entscheidend, dass die Stadt bei den aktuellen Geburten sichtbar unter dem Landesdurchschnitt liegt. Zwar haben sich die Geburtenzahlen zeitweise wieder erhöht, weil bis in die 1990er Jahre hinein stärkere Elternjahrgänge nachrückten. Mit den schwächer besetzten Elternjahrgängen der in den 1970er Jahren Geborenen gingen jedoch erneut rückläufige Geburtenzahlen einher. Der Blick auf die Altersstammbäume zeigt insgesamt: Die gut 60-Jährigen, also die Babyboomer, stellen in vielen Regionen den größten Bevölkerungsanteil. Die künftigen Elterngenerationen und damit die nachwachsenden Kindergenerationen sind dagegen deutlich schwächer besetzt. Das Durchschnittsalter liegt in Willich bei 45,7 Jahren, in NRW bei 43,9 und bundesweit bei 47,1; der Männeranteil beträgt vor Ort wie im Land 49,2 Prozent.

Krisen als mögliche Ursache für Geburtenrückgang

Historisch war die Fertilitätsrate über längere Zeit relativ stabil und lag in der Spitze bei fast 1,6. Nach der Wiedervereinigung sank sie vor allem in den neuen Ländern stark ab – ausgelöst durch veränderte Lebensentscheidungen und den Wegzug junger Menschen aus der ehemaligen DDR, wo Geburten früher und häufiger stattfanden als in Westdeutschland. Ab Mitte der 2000er Jahre glichen sich Ost und West wieder an, die Geburtenrate stieg spürbar und erreichte in den Jahren 2016 und 2021 nochmals Werte nahe 1,6 (2021: West 1,60; Ost 1,54). Seit 2022 ist sie jedoch deutlich abgestürzt und liegt 2024 nur noch bei 1,35; eine klare Erholung ist bislang nicht erkennbar.

Entwicklung des Wohnungsbestandes

Der Haushaltsplanentwurf 2026 zeigt:

JahrWohnungen gesamtÖffentlich gefördert
201923.777725
202023.863684
202123.909648
202223.985648
202324.056613
202424.245601

Während die Gesamtzahl der Wohnungen leicht steigt, sinkt die Zahl öffentlich geförderter Wohnungen kontinuierlich. Im Jahr 2025 wurden gerade einmal 30 neue Mietwohnungen bezugsfertig. Gleichzeitig laufen Bindungen aus, sodass sich die Gesamtzahl der Sozialwohnungen faktisch kaum erhöht. Das Ziel, den Bestand von aktuell 601 auf 900 geförderte Wohneinheiten zu erhöhen, ist politisch formuliert, realisiert ist es bislang nicht. Angesichts steigender Grundstücks- und Immobilienpreise ist das ein strukturelles Problem.

Genau hier sehe ich einen Zusammenhang. Denn junge Familien benötigen bezahlbaren Wohnraum, insbesondere Mietwohnungen mit 3–4 Zimmern. Wenn diese fehlen, ziehen sie entweder gar nicht erst zu oder weichen in umliegende Kommunen aus. Die Verwaltung selbst stellt fest, dass selbst bei Realisierung aller geplanten Neubaugebiete kein echtes Bevölkerungswachstum entsteht, sondern lediglich Verluste ausgeglichen werden. Das bedeutet: Willich verliert strukturell junge Haushalte. Demografie ist also nicht nur ein Naturereignis. Sie ist auch Ergebnis kommunaler Rahmenbedingungen.

Die Folgen des Geburten- und Bevölkerungsrückgangs

Der Geburtenrückgang hat erhebliche Folgen und wird unsere Stadt langfristig verändern. Zuerst wird das im Kita-Bereich sichtbar – dort muss Willich erstmals seit Jahren nicht mehr ausbauen, sondern Strukturen anpassen. In den nächsten Schritten wird sich das auch auf Schulen, Vereine und andere Teile der Infrastruktur auswirken. Und schließlich hat die demografische Entwicklung eine finanzielle Dimension: Sie beeinflusst mittel- bis langfristig Planungssicherheit, Einnahmen und Ausgaben der Stadt. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf den Kurswechsel der Kita-Politik und auf die finanziellen Auswirkungen.

Geburtenrückgang zwingt zu Kurswechsel in Kita-Politik

Der Geburtenrückgang hat Folgen: Die Verwaltung hat uns als Politik im Jugendhilfeausschuss am 26.02.2026 einen Kurswechsel vorgeschlagen. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

  1. Auslaufen der Kita Dietrich-Bonhoeffer (43 Plätze)
    Einvernehmen mit der Emmaus-Kirchengemeinde über die Schließung zum Ende des Kitajahres 2026/27 wurde erzielt.
    Zusätzlich entfällt ein freiwilliger Zuschuss von ca. 12.000 Euro jährlich.
  2. Großtagespflege wird nicht verlängert
    Mindestens 55 Plätze fallen stadtweit weg.
    Einsparpotenzial: rund 550.000 Euro.
  3. Gruppenstrukturveränderungen in Alt-Willich
    Reduzierung von rund 40 Plätzen durch Umwandlungen und Streichungen.
  4. Baumaßnahme Furthstraße wird reduziert
    Kein Platzausbau mehr, sondern nur notwendige Sanierung.
    20 geplante Plätze werden nicht realisiert.
  5. Reduzierung Bengdbruchstraße um 20 Plätze
    Verzicht auf Anbau, Schaffung von Essenskapazitäten.

Die aus unserer Sicht notwendigen Schritte markieren eine deutliche Abkehr von der bisherigen Ausbaupolitik. Die Richtung lautet nun: Konsolidierung statt Expansion.

Finanzielle Dimension

Bleibt Willich unter 50.000 Einwohnern, verliert die Stadt nicht automatisch Geld aus den großen Steueranteilen. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und an der Umsatzsteuer ist verfassungsrechtlich geregelt (Art. 106 GG) und wird nicht nach einer starren Einwohner-Schwelle verteilt, sondern über Schlüsselzahlen, die sich an Einkommensteuerleistung bzw. orts- und wirtschaftsbezogenen Kriterien orientieren. Ein Rückgang von etwa 50.100 auf 49.900 Einwohner hat deshalb keinen unmittelbaren „Klippen“-Effekt.

Der Haushaltsplanentwurf 2026 zeigt zugleich, wie bedeutsam diese Positionen sind: Für 2026 sind rund 39,9 Mio. € Einkommensteueranteil und rund 5,782 Mio. € Umsatzsteueranteil veranschlagt. Die Erläuterungen betonen ausdrücklich die Abhängigkeit von Konjunktur und Schlüsselzahlen, nicht von einer 50.000er-Grenze.

Langfristig kann ein anhaltender Bevölkerungsrückgang allerdings indirekt wirken, wenn Steuerkraft und Schlüsselzahlen sinken – schrittweise, nicht sprunghaft. Davon zu unterscheiden sind Landeszuweisungen und Pauschalen im Finanzausgleich (GFG NRW), bei denen die Einwohnerzahl als Rechengröße eine Rolle spielt, aber ebenfalls typischerweise ohne harten Cut bei 50.000.

Willich steht durch Geburtenrückgang am Wendepunkt

Willich steht deshalb an einem Wendepunkt, weil sich zwei Entwicklungen überlagern:

  1. Im Jugendhilfeausschuss wird erstmals eine Abkehr vom bisherigen Ausbaukurs beschlossen.
    Statt neuer Gruppen werden Einrichtungen geschlossen oder verkleinert.
  2. Die Zahlen zeigen deutlich: Willich verliert Kinder.
    Der Geburtenrückgang ist real. Die Altersstruktur verschiebt sich. Weniger junge Familien, mehr 50- bis 65-Jährige.

Das ist keine kurzfristige Schwankung, sondern ein struktureller Trend. Ein Kita-Überhang ist nicht das Problem. Das Problem ist, was er über die Zukunftsfähigkeit einer Stadt aussagt.

Wenn sich der Geburtenrückgang fortsetzt, wenn weniger junge Familien zuziehen, wenn Sozialwohnungen kontinuierlich verschwinden, dann entsteht eine Abwärtsspirale:

Das ist der Wendepunkt. Die zentrale Frage lautet nun: Wollen wir Willich verwalten – oder gestalten? Die Antworten der SPD-Fraktion liegen seit Jahren auf dem Tisch. Unsere Lösungsvorschläge:

  • Konsequenter Ausbau des geförderten Wohnungsbaus
  • Schwerpunkt auf Geschosswohnungsbau statt Einfamilienhausdominanz
  • Aktivere Bodenpolitik
  • Prüfung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft
  • Strategische Familienoffensive

Willich kann diesen Trend drehen. Aber nur, wenn wir jetzt handeln.

FAQs

Warum sinken die Geburten in Willich stärker als in NRW und Deutschland?

Es gibt nicht den einen Grund. Neben bundesweiten Trends spielen vor Ort Faktoren wie Altersstruktur, Wohnraumangebot (insbesondere bezahlbarer Mietwohnraum) und die Zusammensetzung der Zuzüge eine Rolle. Entscheidend ist: Der Rückgang lässt sich nicht mehr als kurzfristige Schwankung erklären, sondern wirkt strukturell.

Was bedeutet „Kita-Überhang“ konkret?

Ein Überhang heißt: Es gibt rechnerisch mehr Plätze als Kinder, die einen Platz nachfragen. Das führt nicht automatisch dazu, dass überall Plätze frei sind – denn Engpässe können stadtteil- oder altersgruppenbezogen auftreten. Insgesamt zwingt ein dauerhafter Überhang aber dazu, Gruppenstrukturen anzupassen und Ausbaumaßnahmen zu überprüfen.

Werden Kitas jetzt massenhaft geschlossen?

Die Verwaltung schlägt keinen „harten Schnitt“ vor, sondern gestufte Anpassungen (Auslaufen, Nichtverlängerung, Gruppenanpassungen). Ziel ist, Überkapazitäten abzubauen, ohne Rechtsansprüche zu gefährden und ohne die Handlungsfähigkeit bei möglichen Trendänderungen zu verlieren.

Verliert Willich automatisch Geld, wenn die Stadt unter 50.000 Einwohner fällt?

Nein. Die großen Steueranteile (Einkommensteuer, Umsatzsteuer) werden nicht über eine starre 50.000er-Schwelle gekürzt. Langfristig kann Bevölkerungsrückgang indirekt wirken – über Steuerkraft und Schlüsselzahlen –, aber nicht als sofortiger „Klippen-Effekt“.

Was wäre jetzt die wichtigste politische Konsequenz?

Willich braucht eine aktive Strategie, um junge Haushalte zu halten und zu gewinnen: mehr bezahlbarer Wohnraum, mehr Geschosswohnungsbau, konsequente Nutzung von Flächen in Innenentwicklung und eine engere Verzahnung von Stadtentwicklung, Kita-Planung und Finanzplanung – idealerweise fraktionsübergreifend.

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