De Bütt: Warum die Sanierung wieder diskutiert wird

Seit 2023 ist die Sanierung des Schwimmbads De Bütt beschlossen und läuft. Trotzdem beschäftigt eine Fraktion Verwaltung, Politik und beauftragte Fachunternehmen immer wieder mit neuen Anträgen und Diskussionen. Auch nach der heutigen Sitzung des Ausschusses für Abgaben, Gebühren und Satzungen, den ich leite, wird die Sanierung nicht einfach ungestört weiterlaufen. Warum das so ist und was dahintersteckt, lässt sich nur verstehen, wenn man genauer hinschaut.

Rückblick: Ratsbeschluss 2023 auf SPD-Initiative

Damit war die Diskussion über einen möglichen Neubau vom Tisch und die Verwaltung konnte mit den konkreten Planungen beginnen. Durch diesen Ratsbeschluss konnten auch dringend notwendige Reparaturen zeitnah angegangen werden, die man zuvor – für den Fall eines Neubaus – zurückgestellt hatte. Und dennoch gibt es nun (mal wieder) Diskussionen rund um die Sanierung und die Kosten.

Aktueller Stand der Planung und Finanzierung

Seit dem Grundsatzbeschluss 2023 läuft die Detailplanung für die Sanierung von „De Bütt“ auf Hochtouren. Dabei handelt es sich um ein komplexes Gesamtprojekt, das in mehrere Maßnahmenblöcke gegliedert ist – von Technik über Bausubstanz bis Barrierefreiheit.

Wichtig ist: Diese Einzelmaßnahmen sind technisch und wirtschaftlich eng miteinander verzahnt und können nicht isoliert umgesetzt werden.

Bereits in den Vorjahren wurden einige vorbereitende Technikmaßnahmen durchgeführt (z.  B. an Heizung, Gebäudeautomation und Filteranlagen) – diese schlugen mit rund 1,4 Mio. € zu Buche. Für das Hauptprojekt selbst wurde ein Kostenrahmen von ca. 18,6 Mio. € (netto) veranschlagt und politisch einstimmig genehmigt.

Finanzierung

Um den städtischen Haushalt zu entlasten, hat die Verwaltung im Januar 2026 einen Förderantrag beim Bund eingereicht. Aus dem Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ erhoffen wir uns einen satten Zuschuss von rund 7,63 Mio. €. Ob Willich tatsächlich Fördermittel erhält, erfahren wir voraussichtlich Ende Februar. Sollte diese Bundesförderung wider Erwarten ausbleiben, will die Stadt alternative Förderprogramme prüfen.

Ungeachtet der Finanzierungsfrage ist die zeitliche Planung bereits weit fortgeschritten: Ab dem 04.05.2026 soll der Hallenbad-Bereich für etwa fünf Monate geschlossen werden, um die Erneuerung der Badewassertechnik und weitere Arbeiten durchzuführen. Nach aktuellem Stand soll der Hallenbereich spätestens Anfang Oktober 2026 wieder öffnen – pünktlich zur Hallenbadsaison im Herbst. Während der Schließzeit soll das Freibad früher als üblich (ebenfalls ab Mai) in Betrieb gehen, um den Bürgerinnen und Bürgern eine Ausweichmöglichkeit zu bieten. Die Stadt stimmt sich zudem eng mit Schulen und Vereinen ab, um Trainingszeiten und Schwimmunterricht bestmöglich zu organisieren.

So denke ich, ist das Ziel der Stadt und der politischen Mehrheit klar: Ein moderner und verlässlicher Badebetrieb für Willich.

Maßnahmen und Kostenblöcke im Überblick

Die Sanierung ist als integriertes Gesamtpaket geplant. Folgende Maßnahmenblöcke mit ihren voraussichtlichen Kosten (netto) wurden von der Verwaltung und den Planern definiert:

MaßnahmenblockKosten (netto, ca.)Inhalt / Beschreibung
Lüftung2.490.000 €Erneuerung der raumlufttechnischen Anlagen (neue Zentralgeräte, Luftkanäle) inkl. nötiger Eingriffe in Dach und Tragwerk sowie Abbruch und Neubau der Abhangdecken und Anpassung der Elektrotechnik.
Badewassertechnik1.620.000 €Erneuerung der Wasseraufbereitung (Filtertechnik, Leitungen) inkl. baulicher Anpassungen in den Becken- und Technikbereichen.
Brauchwarmwasser-Technik720.000 €Erneuerung der Warmwasser-Bereitung und -Verteilung in Umkleiden und Sanitärbereichen inkl. Rückbau und Wiederherstellung von Wänden, Böden und Decken.
Ertüchtigung Gebäudehülle6.800.000 €Sanierung von Dach, Fassade, Fenstern und Gebäudeabdichtung (Grundvoraussetzung für den effizienten Betrieb der erneuerten Technik).
Barrierefreies Konzept1.575.000 €Umbau der Anlage für umfassende Barrierefreiheit: u. a. Anpassung von Umkleiden und Sanitärbereichen, Wegeführung und notwendigen Funktionsflächen.
Baulogistik425.000 €Baustelleneinrichtung, Logistik und Schutzmaßnahmen für Bauarbeiten während des laufenden Restbetriebs (Minimierung von Störungen).
Bereits begonnene Technik1.400.000 €Vorgezogene Maßnahmen (bereits umgesetzt), z. B. Optimierung Heizung, Gebäudeautomation, Filteranlagen.

Hinweis: Zusammen addiert ergeben diese Maßnahmenblöcke ca. 15,03 Mio. € für die Bauleistungen. Hinzu kommen rund 3,53 Mio. € an Baunebenkosten (Planung, Gutachten, Bauleitung usw.), sodass der genehmigte Gesamtrahmen von etwa 18,6 Mio. € erreicht wird. An dieser Auflistung wird deutlich, dass jeder Block wichtige technische und bauliche Aspekte abdeckt. Eine isolierte Umsetzung einzelner Teile würde zu Folgeschäden oder Ineffizienzen führen. So ist z. B. die neue Lüftungsanlage untrennbar mit der Dachsanierung verbunden, da die schweren Lüftungsgeräte nur bei gleichzeitiger statischer Verstärkung des Dachs installiert werden können. Ähnlich erfordert die Erneuerung der Beckenwassertechnik tiefgreifende bauliche Eingriffe in Becken und Untergeschoss, was ohne die parallel geplanten Abdichtungs- und Betonarbeiten nicht sinnvoll machbar wäre. Kurzum: Die Maßnahmen greifen ineinander. Das Schwimmbad kann nur als Ganzes zukunftsfähig gemacht werden.

Die x-te Diskussion zur Sanierung

Vor diesem Hintergrund sorgte ein erneuter Antrag der CDU-Fraktion für intensive Debatten. Im November 2025 beantragte die CDU, die Planungen zum „De Bütt“-Projekt grundlegend zu ändern. Kern des Antrags: Sollte Willich keine Fördermittel für die Badsanierung erhalten, solle die Verwaltung eine Neuplanung mit gedeckeltem Budget von 10,0 Mio. € vornehmen. Zur Erinnerung: 2023 wurden die 18,6 Mio. € einstimmig beschlossen und in den folgenden Haushaltsjahren eingeplant. Dieses von der CDU gewollte stark reduzierte Budget sollte dann vorrangig in die technische Infrastruktur fließen – konkret in die Badewasser-, Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik. Andere Sanierungsbereiche (z. B. Dach, Fassade oder weitere Modernisierungen) sollten in diesem Szenario vorerst zurückgestellt und erst in Zukunft – abhängig von der Haushaltslage – neu bewertet werden. Falls hingegen eine Förderung kommt, wollte die CDU die ursprünglich geplante Vollsanierung (ca. 17,5 Mio. € netto) durchführen lassen.

Eindeutige Warnung vor Umsetzung des CDU-Antrags

Bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung erhielten wir als Politik eine ausführliche Stellungnahme der Verwaltung, die den CDU-Vorstoß kritisch beleuchtet. Die Verwaltung machte deutlich, dass eine so drastische Reduzierung weder den tatsächlichen Abhängigkeiten der Maßnahmen gerecht würde noch dem Gebot von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entspräche. Die Sanierung sei bewusst als ganzheitliches Projekt konzipiert, weil die einzelnen Module (Technik, Dach, Fassade etc.) technisch, baulich und betrieblich nahezu untrennbar miteinander verbunden sind. Ein Herauslösen einzelner Blöcke würde unweigerlich dazu führen, dass andere Maßnahmen nicht umsetzbar sind oder ihre Wirkung verlieren.

Ein unsinniges Vorgehen

So könnte man beispielsweise nicht einfach auf die Dach- und Gebäudesanierung verzichten und nur die Lüftungsgeräte erneuern. Denn neue, schwere Lüftungszentralen benötigen ein saniertes, tragfähiges Dach. Ebenso greifen die Arbeiten an der Wassertechnik tief in die Bausubstanz ein, was ohne umfassende Abdichtung und bauliche Anpassung nicht nachhaltig machbar wäre. Kurzfristige Einsparungen an dieser Stelle würden langfristig zu höheren Kosten führen, weil man neue Anlagen in ein baulich weiterhin defizitäres Gebäude einbauen würde. Die Verwaltung warnte ausdrücklich: Eine Reduzierung nur auf die Technik würde bedeuten, „neue Anlagen in ein strukturell defizitäres Gebäude einzubauen“ – ein betriebswirtschaftlich und energetisch unsinniges Vorgehen.

Rechtliche Probleme

Neben den technischen und wirtschaftlichen Aspekten verweist die Stellungnahme auch auf rechtliche Probleme. Die Planungen für die Sanierung sind bereits weit fortgeschritten: mehrere Fachplaner haben ihre Leistungen bis zur Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) erbracht oder nahezu abgeschlossen. Wenn nun das Projektziel nachträglich fundamental geändert würde, verlören bereits erbrachte Planungsleistungen ganz oder teilweise ihre Verwendbarkeit – bezahlt werden müssten sie dennoch.

Die beauftragten Planungsbüros hätten Anspruch auf Vergütung für bereits geleistete Arbeit, selbst wenn diese in der geänderten Planung nicht mehr genutzt werden kann. Zusätzlich könnten umfangreiche Änderungen neue Nachträge und Mehrhonorare auslösen, da Umplanungen und Wiederholungsarbeiten nötig wären. Darüber hinaus würde eine so späte Planänderung vermutlich vergaberechtliche Konsequenzen nach sich ziehen: Wenn sich der Leistungsumfang wesentlich ändert, gilt dies als wesentliche Vertragsänderung – laufende Verträge dürften dann nicht einfach fortgeführt werden.

Möglicher Schadensersatz

Bereits vergebene Aufträge (für Planung oder erste Arbeiten) müssten ggf. neu ausgeschrieben werden, was zu weiteren Verzögerungen und Kostensteigerungen führen würde. Die Verwaltung mahnt zudem, dass bei einer solchen Kursänderung sogar Schadensersatzforderungen im Raum stehen könnten, falls Firmen durch Baustopp oder geänderte Leistungen finanzielle Nachteile erleiden.

Fazit der Verwaltung

Der CDU-Vorschlag mag politisch verständlich erscheinen, greift aber zu kurz. Er würde die sorgfältig abgestimmte Gesamtplanung auseinanderreißen und birgt erhebliche Risiken – technisch, wirtschaftlich und rechtlich. Statt einer vermeintlichen Kostenersparnis stünde die Stadt am Ende womöglich mit höheren Kosten, einem verzögerten Zeitplan und einem weiterhin sanierungsbedürftigen Gebäude da. Diese Einschätzung teilten auch die externen Fachplaner in der Sitzung: In ihrer Präsentation betonten sie, dass die Gebäudehülle (Dach, Glaskuppel, Fassade) dringend erneuert werden muss, weil sie technisch und energetisch veraltet ist und sogar statische Risiken bestehen. Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb des Bades ist ohne umfassende Sanierung der Hülle nicht möglich – zu groß wären Energieverluste, Feuchteschäden und Wartungskosten, wenn man Dach und Fassade unverändert ließe.

Diskutierte Einsparvorschläge: Was bringen sie wirklich?

Trotz der klaren Warnungen schlugen die Fachfrauen und Fachmänner der beauftragen Unternehmen im Ausschuss Ansatzpunkte vor, um die Kosten zu senken. Die von den Planern präsentierte Liste aktueller Einsparvorschläge umfasste allerdings nur einige kleinere Posten:

  • Verzicht auf die Glaskuppel über dem Außenbecken – Einsparung ca. 200.000 € (netto)
  • Fassade als Putz statt Klinker (Klinkerriemchen) – Einsparung ca. 165.000 €
  • Verzicht auf bestimmte Tischlerarbeiten (Innenausbau) – Einsparung ca. 35.000 €
  • Einfachere Ausführung der Beleuchtung im Sportbad – Einsparung ca. 20.000 €

Zusammengenommen liegt dieses Einsparpotenzial bei rund 0,42 Mio. € – gemessen an den Gesamtinvestitionen also eher gering. Zudem wurden alle diese Maßnahmen fachlich und politisch bereits intensiv abgewogen.

Beispiel Glaskuppel

Die große Glaskuppel, die den Außenbeckenbereich überspannt, ist zwar ein markantes Gestaltungselement, stellt aber auch eine erhebliche energetische Schwachstelle dar (undicht, Wärmeverlust). Im bisherigen Konzept war daher vorgesehen, dieses Bauteil entweder aufwändig zu sanieren oder durch eine bessere Lösung zu ersetzen. Ein kompletter „Verzicht auf die Glaskuppel“ würde zwar Investitionskosten sparen, gleichzeitig aber das Nutzungskonzept des Freizeitbads verändern – etwa könnte das Außenbecken in der Übergangszeit nicht mehr witterungsgeschützt genutzt werden. Außerdem bliebe eine zentrale Undichtigkeits- und Wärmebrücke bestehen, was den Zielen der Sanierung widerspricht.

Beispiel Fassadenmaterial

Die Idee, statt einer Klinkerfassade eine einfachere Putzfassade auszuführen, spart laut Planung rund 165.000 € ein. Allerdings warnten die Architekten deutlich vor diesem Tausch: Ein Putz wäre mechanisch deutlich empfindlicher, neigt schneller zu Rissbildung (bei Setzungen oder Temperaturschwankungen) und ist wesentlich anfälliger für Witterungseinflüsse. Feuchtigkeit könnte leichter eindringen, Frost und Algenbewuchs würden dem Putz zusetzen – kurzum, die Lebensdauer und Haltbarkeit einer Putzfassade wäre geringer. Dadurch entstünden über den Lebenszyklus höhere Instandhaltungskosten (regelmäßiges Streichen, Ausbessern von Rissen). Die ursprünglich geplanten Klinkerriemchen hingegen gelten als nahezu wartungsfrei und langlebig. Aus diesen Gründen hatten sich die Gremien bereits in der Planungsphase bewusst für die robustere Klinkerfassade entschieden. Eine Rolle spielt dabei auch das Stadtbild – optisch altern Klinker gleichmäßiger und „wertiger“, während Putzfassaden schneller unansehnlich werden können.

Tischlerarbeiten und Beleuchtung

Die übrigen genannten Punkte wie die Tischlerarbeiten und Beleuchtung betreffen sehr kleinteilige Einsparungen, die vor allem Ausstattungsdetails betreffen. Sie hätten keine maßgebliche Wirkung auf das Gesamtbudget, würden aber das Nutzungserlebnis etwas schmälern (z. B. weniger Ausstattung oder geringere Beleuchtungsqualität). Zudem gilt: All diese Maßnahmen waren bereits Teil der politischen Beschlüsse – sprich, der aktuelle Sanierungsplan berücksichtigt schon die gewünschten Qualitätsstandards (Glaskuppel, Fassadengestaltung, Innenausbau, Beleuchtung). Würde man sie jetzt herausnehmen, müsste man Beschlüsse ändern und Planungen rückgängig machen. Das brächte unvermeidlich Verzögerungen mit sich, weil Planer und Verwaltung die Änderungen erst neu ausarbeiten und genehmigen lassen müssten. Außerdem stellt sich die Frage, ob der geringe Spareffekt die Einbußen rechtfertigt. In der Abwägung hatte die Politik diese Fragen längst beantwortet – zugunsten einer zukunftssicheren Lösung, die geringfügig mehr kostet, dafür aber länger hält und weniger Folgekosten verursacht.

Debatte im Ausschuss: Etwas ruppig, aber händlebar

Die heutige Sitzung im Ausschuss für Abgaben, Gebühren und Satzungen machte deutlich, wie komplex und politisch aufgeladen die Thematik ist. Als Vorsitzender des Ausschusses musste ich durch eine intensive Diskussion führen.

Für die SPD-Fraktion – die den Sanierungsbeschluss initiiert hatte – stand die Verlässlichkeit bereits getroffener Entscheidungen im Vordergrund. Da ich im Ausschuss Neutralität einhalten muss, erinnerte ich lediglich daran, dass der Rat erst 2023 einstimmig die Sanierung beschlossen und damit Verantwortung übernommen habe. Diese Entscheidung darf nicht leichtfertig aufgeweicht werden, da sonst die Glaubwürdigkeit der Politik und die Planungssicherheit leiden. Unser SPD-Ausschussmitglied Lukas Siebenkotten erinnerte auch noch mal an die Ausführungen der Verwaltung und Planer, die eindringlich vor Stückwerk-Lösungen warnten.

Die Vertreter der CDU-Fraktion betonten hingegen ihre Sorge um die städtischen Finanzen und warben dafür, zumindest prüfen zu lassen, ob Einschnitte das Projekt deutlich billiger machen könnten – ohne die Bausubstanz komplett unangetastet zu lassen. Hierbei erhielt die CDU Unterstützung von der AfD, die sich ebenfalls für eine „Budget-Lösung“ aussprach.

Nach längerer Beratung ließ ich über drei Optionen abstimmen:

  • Option 1, also die von der CDU gewünschte Kostenbegrenzung 10 Mio. € fand keine Mehrheit.
  • Option 2, den Grundsatzbeschluss des Stadtrates aus 2023 zu bestätigen fand eine Mehrheit bei Enthaltung der CDU.
  • Die dritte Option, der Verwaltung und den Planern einen ergänzenden Prüfauftrag zu erteilen, wurde von einer Mehrheit von CDU und AfD beschlossen. Allerdings sei hier erwähnt, dass die CDU allein ebenfalls eine absolute Mehrheit im Ausschuss hat.

Konkret soll also nun noch einmal schriftlich aufzeigt werden, welche Einsparungen im Detail möglich wären und welche Folgen dies jeweils für Technik, Zeitplan, Betrieb und Verträge hätte. So werde ich diesen Prüfbericht zeitnah auf die Tagesordnung setzen, damit die Politik auf fundierter Grundlage entscheiden kann. Zugleich wies ich noch mal darauf hin, dass die Zeit drängt: Die Planung befindet sich in einem kritischen Stadium, und weitere Verzögerungen könnten die Umsetzung (z. B. die anvisierte Schließzeit 2026) gefährden.

Fazit: Politische Einordnung und Ausblick

Die Debatte um die Sanierung des Schwimmbads De Bütt zeigt, wie schwierig kommunale Entscheidungen werden, wenn große Investitionen auf eine angespannte Haushaltslage treffen. Natürlich müssen Kosten im Blick behalten werden. Natürlich ist Sparsamkeit wichtig. Aber bei einer zentralen Einrichtung der Daseinsvorsorge darf man nicht so tun, als ließe sich ein komplexes Projekt beliebig verkleinern, ohne Folgen zu erzeugen.

Der Stadtrat hat 2023 bewusst und mit breiter Mehrheit beschlossen, das Schwimmbad zu sanieren. Dieser Beschluss geht auf einen SPD-Antrag zurück. Seitdem ist das Projekt in Planung und Umsetzung. Dass nun immer wieder neue Diskussionen eröffnet werden, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Diese Debatten wirken wie Störfeuer. Sie schaffen Unsicherheit und stellen ein Projekt infrage, das politisch längst entschieden ist.

Vor allem eines muss man klar sagen: Auch eine von der CDU angedachte Low-Budget-Variante wird ein Haushaltsdefizit von deutlich über 30 Millionen Euro nicht retten. Wer suggeriert, man könne durch Einschnitte beim Schwimmbad die strukturellen Probleme des Haushalts lösen, macht es sich zu einfach. Das lenkt vom eigentlichen Problem ab.

Jetzt kommt es darauf an, die angekündigte Prüfung zügig abzuschließen und anschließend eine endgültige Entscheidung zu treffen. Auch die CDU wird sich dieser Verantwortung stellen müssen. Die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf Ehrlichkeit. Einsparungen bedeuten entweder weniger Qualität, längere Bauzeiten oder höhere Folgekosten. Das sollte jetzt allen klar sein.

Ebenso wichtig ist Planungssicherheit. Verwaltung, Planer und Unternehmen brauchen klare politische Vorgaben. Ständige Kurswechsel verteuern Projekte und verzögern sie. Das kann und darf niemand wollen. Bereits jetzt sind viel Zeit und Geld in Vorplanungen geflossen. Diese Grundlagen sollten genutzt werden, statt sie immer wieder infrage zu stellen.

Für mich bleibt das Ziel klar. Das Schwimmbad De Bütt soll zukunftsfähig saniert werden. Technisch solide. Wirtschaftlich vernünftig. Und so, dass es der Stadt Willich auch in den nächsten Jahrzehnten zuverlässig dient. Verantwortung bedeutet nicht, jede neue Diskussion zu eröffnen. Verantwortung bedeutet, getroffene Entscheidungen konsequent umzusetzen.

Weitere Artikel