Die Stadt Willich plant, an zwei öffentlichen Orten Sonnencreme-Spender aufzustellen und die Kosten dafür aus dem städtischen Haushalt zu decken. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, lehnen wir Sozialdemokraten ab. Denn während der Schutz vor Sonnenbrand wichtig ist, bleibt die Frage: Muss das wirklich aus Steuergeldern finanziert werden? Und wo bleibt die Eigenverantwortung der Bürger?
Sonnencreme: Privatsache oder öffentliche Aufgabe?
Rund 309.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Hautkrebs. Guter Sonnenschutz ist essenziell, um das Risiko zu minimieren. Aber gleichzeitig glauben meine Fraktion und ich: Sonnencreme ist eine persönliche Schutzmaßnahme und keine kommunale Aufgabe.
Rat und Verwaltung sind keine Helikoptereltern. Wer ins Freibad oder zu Veranstaltungen geht, trifft eine bewusste Entscheidung und sollte selbst für Sonnencreme sorgen. Kleidung, Schatten oder eigene Sonnencreme – die Möglichkeiten zum Schutz sind bereits vorhanden.
Was kosten die Sonnencreme-Spender die Stadt Willich?
Laut Verwaltungsvorlage sind zwei Spender geplant:
- Standorte: Freibad „De Bütt“ und der Schlosshof
- Kosten pro Spender: 500 Euro
- Jährliche Kosten für Sonnencreme: 800 Euro
- Betriebskosten (Befüllung, Reinigung): 1.000 Euro pro Jahr
Zusammen ergibt das eine jährliche Belastung von rund 1.800 Euro – für eine Maßnahme, die jeder auch selbst übernehmen kann.
Steuergelder sinnvoller einsetzen
Als SPD Willich fordern wir, öffentliche Gelder gezielt für Maßnahmen einzusetzen, die tatsächlich einen nachhaltigen Nutzen haben. Ein Beispiel: Bereits 2021 hatten wir die Einrichtung von öffentlichen Trinkwasserspendern vorgeschlagen – eine Maßnahme, die echten Schutz vor Hitze bietet, insbesondere für ältere Menschen. Doch damals lehnten alle anderen Fraktionen unseren Antrag ab. Erst eine EU-Richtlinie führte dazu, dass unser Antrag ein Jahr später doch noch eine Mehrheit fand.
Fazit: Selbstverantwortung statt Überregulierung
Der Schutz vor der Sonne ist wichtig – aber er liegt in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Öffentliche Gelder sollten gezielt für Maßnahmen eingesetzt werden, die einen nachhaltigen und langfristigen Nutzen für alle Bürgerinnen und Bürger haben. Die Bereitstellung von Sonnencreme gehört nicht dazu. Deshalb lehnen wir den Vorschlag der Verwaltung ab. Der Ausschuss für Umwelt und Nachhaltigkeit entscheidet am 13.02.2025.