Richtfest der Feuerwache Alt-Willich: Sicherheit wird sichtbar

Am 20.02.2026 war Richtfest für die neue Feuerwache Alt-Willich an der St.-Töniser-Straße. Für mich war dieser Termin weit mehr als ein symbolischer Bauabschnitt. Ein Richtfest markiert einen Moment, in dem aus politischen Beschlüssen, Haushaltsberatungen und Planungsrunden konkrete Realität wird. Man steht in einer Halle, die vor zwei Jahren noch eine Zeichnung war und erkennt, was gemeinsames Arbeiten bewirken kann.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Abgaben, Gebühren und Satzungen durfte ich vor Ort sprechen. Danach habe ich mir gemeinsam mit Feuerwehr, Verwaltung und Planern den Baufortschritt angesehen. Wer durch die neue Fahrzeughalle oder die Übungshalle geht, spürt sofort die Dimension dieses Projekts für Alt-Willich.

Warum das Projekt notwendig ist

Die alte Feuerwache in Alt-Willich stammt aus dem Jahr 1996. Sie wurde für 50 Feuerwehrleute und rund 100 Einsätze im Jahr gebaut. Heute sind es 87 Löschkräfte und im Schnitt 200 Einsätze im größten Willicher Stadtteil jährlich. Diese Zahlen erklären, warum das bestehende Gebäude längst an seine Grenzen gestoßen ist.

Die alte Feuerwache bleibt bestehen.

Bereits vor einigen Jahren wurde deutlich, dass der Erweiterungsbau zwingend erforderlich ist. Das bestehende Gebäude entspricht technisch nicht mehr dem Stand moderner Feuerwehrinfrastruktur. Sanitärbereiche, Technik und Raumstruktur sind nicht mehr zeitgemäß.

Visualisierung des Geländes

Das Richtfest der Feuerwache Alt-Willich ist deshalb kein Prestigeprojekt. Es ist eine sachliche Antwort auf gewachsene Anforderungen in Willich.

3.200 Quadratmeter Sicherheit

Die neue Feuerwache Alt-Willich umfasst rund 3.200 Quadratmeter Fläche. Die Übungshalle mit rund 1.200 Quadratmetern wird neun Meter hoch sein und drei Tore erhalten. Parallel dazu entsteht ein zweigeschossiges Gerätehaus mit rund 2.000 Quadratmetern.

Große Halle, damit unsere Löschkräfte üben können.

Im unteren Geschoss entstehen moderne Fahrzeugstellplätze, Umkleiden und Duschen für 100 Feuerwehrmänner und 15 Feuerwehrfrauen. Besonders wichtig ist die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung. Saubere Kleidung und kontaminierte Einsatzkleidung werden künftig strikt getrennt. Das ist kein Detail, sondern ein elementarer Bestandteil moderner Arbeitssicherheit.

Blick auf das neue Gerätehaus. Rechts sind Ausfahrt und Schranke zu sehen.

Im Obergeschoss entstehen Schulungsräume, Seminarräume, Büroräume und Funktionsbereiche für die ehrenamtlichen Führungskräfte. Wer die Räume jetzt im Rohbau sieht, erkennt bereits, dass hier nicht nur Einsatztechnik, sondern auch Ausbildung und Nachwuchsarbeit einen festen Platz bekommen.

Nachhaltiges Energiekonzept mit Eisspeicher

Ein zentrales Element der neuen Feuerwache in Willich ist das Energiekonzept. Unter dem Gelände wird ein runder Eisspeicher mit rund 16 Metern Durchmesser installiert.

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Der Eisspeicher funktioniert als sogenannter Latent-Wärmespeicher. Beim Übergang von Wasser zu Eis entsteht sogenannte Kristallisationswärme. Diese Energie wird in Kombination mit einer Sole-Wärmepumpe genutzt, um das Gebäude im Winter zu beheizen und im Sommer zu temperieren. Zusätzlich wird auf der Übungshalle eine Photovoltaikanlage installiert.

Blick auf die Übungshalle

Für mich ist das ein starkes Signal: Sicherheit und Nachhaltigkeit gehören in Willich zusammen. Wir investieren nicht nur in Einsatzfähigkeit, sondern auch in langfristig wirtschaftliche Betriebsstrukturen.

Baufortschritt im Zeitplan

Die Arbeiten verlaufen nach aktuellem Stand planmäßig. Der Rohbau wurde zum Jahresende 2025 weitgehend fertiggestellt. Auch bei der Klinkerfassade sind deutliche Fortschritte erkennbar. Die vollständige Fertigstellung ist noch für 2026 vorgesehen.

Blick in die Waschhalle

Fenster, Tore und Dacharbeiten folgen. Die vorsichtige Prognose lautet weiterhin: Einzug Ende 2026. Besonders herausfordernd ist dabei, dass die alte Wache während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleibt. Das erfordert enge Abstimmung zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Bauunternehmen.

Kostenentwicklung ehrlich begleiten

Die neue große Umkleidekabine

Feuerwehr ist Pflichtaufgabe – Ehrenamt ist Stärke

Stadtbrandmeister Thomas Metzer hat es klar formuliert: Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe jeder Kommune.

In Willich führt diese Aufgabe seit jeher unsere leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr aus. Das spart im Vergleich zu einer Berufsfeuerwehr erhebliche Mittel, setzt aber voraus, dass die Leistungsfähigkeit nachweisbar ist.

Großer Seminarraum, in dem bestimmt auch mal gefeiert werden kann.

Die neue Feuerwache Alt-Willich stärkt genau diese Leistungsfähigkeit. Sie verbessert Abläufe, reduziert Wege, schafft klare Strukturen und bietet moderne Ausbildungsbedingungen. Gleichzeitig würdigt sie das Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in Willich.

Mein persönlicher Eindruck

Mich hat beim Rundgang besonders beeindruckt, wie eng Feuerwehr, Verwaltung und Planer zusammenarbeiten. Dieses Projekt wurde im ständigen Austausch mit dem Löschzug entwickelt. Genau so muss Kommunalpolitik funktionieren.

Ein Richtfest ist kein Schlusspunkt. Es ist ein Zwischenstand. Noch liegen Monate Arbeit vor uns. Aber die Richtung stimmt.

In Willich investieren wir in Sicherheit, ohne Maß und Mitte zu verlieren. Wir begleiten Kosten kritisch, wir achten auf Nachhaltigkeit und wir stärken das Ehrenamt.

Das Richtfest der Feuerwache Alt-Willich zeigt: Wenn Politik, Verwaltung und Ehrenamt gemeinsam handeln, entstehen tragfähige Lösungen für unsere Stadt.

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