Meerfeld in der Eifel: Wochenende zwischen Maar und Burgen

Es gibt Orte, an die man zurückkehrt und sofort spürt, dass noch etwas von früher da ist. Meerfeld ist für mich genau so ein Ort. Mit meiner Familie habe ich dort viele wunderbare Urlaube verbracht. Das kleine Dorf in der Vulkaneifel liegt direkt am Meerfelder Maar und ist eingebettet in eine Landschaft, die bis heute von ihrer vulkanischen Entstehung geprägt ist. Der staatlich anerkannte Erholungsort wirkt ruhig, fast unaufgeregt und gerade deshalb besonders. Für mich ist Meerfeld aber nicht einfach nur ein schöner Ort in der Eifel. Es ist ein Ort voller Erinnerungen.

Ankommen in Meerfeld

Das „Nebendran“ vom NaturPurHotel

Am 27. März sind meine Freundin und ich in Meerfeld angekommen. Unser Ziel für das Wochenende war das NaturPurHotel Maarblick in der Meerbachstraße, direkt in unmittelbarer Nähe zum Meerfelder Maar. Das Hotel liegt landschaftlich sehr schön und passt mit seinem nachhaltigen Ansatz, viel Bio und dem Wellnessbereich sehr gut zu diesem Ort. Wir hatten unser Zimmer ganz oben im Gebäude „Nebendran“, einem Erweiterungsbau des Hotels. Schon beim ersten Blick aus dem Fenster war klar: Allein diese Aussicht macht die Fahrt nach Meerfeld besonders.

Nach dem Einchecken sind wir zunächst einfach durch Meerfeld gelaufen. Für viele ist es vielleicht ein hübsches Dorf in der Vulkaneifel. Für mich ist Meerfeld aber weit mehr als ein Ausflugsziel. Ich war hier früher oft mit meinen Eltern und meiner Schwester im Urlaub. Ein Teil meiner Kindheit hängt an diesem Ort. Ein Verwandter meiner Familie stammt aus Meerfeld, deshalb haben wir hier über viele Jahre immer wieder Zeit verbracht. In den 1990er Jahren und noch bis in die frühen 2000er habe ich Meerfeld als Kind erlebt. Umso besonderer war es, jetzt mit fast 35 Jahren zurückzukehren und vieles noch einmal mit ganz anderen Augen zu sehen.

Blick vom Hotelzimmer

Ein Dorf voller Erinnerungen

Schon beim ersten Spaziergang durch die Dorfmitte hatte ich das Gefühl, nicht nur durch Meerfeld zu laufen, sondern auch ein Stück weit durch meine eigene Kindheit. Am Spielplatz „Im Flur“ vorbei gingen wir entlang am Schmiedehaus zur Dorfmitte. Rund um den Brunnen kamen sofort Erinnerungen hoch. Ich weiß noch, wie ich dort früher Papierschiffchen in der Wasserrinne habe fahren lassen.

Diesmal war der Brunnen nicht in Betrieb, aber das änderte nichts daran, dass mir alles sofort wieder vertraut vorkam. Gerade diese unspektakulären Momente machen Meerfeld für mich aus: alte Häuser, ruhige Straßen, die alte Schmiede, das Brunnenstübchen, viel Dorfcharakter und dieses Gefühl, dass hier manches langsamer und zugleich beständiger geblieben ist.


Unterwegs durch Meerfeld: Kirche, Eisenbahn und Ziegen

Weiter ging es in die Kirche St. Johannes der Täufer, eine kleine, sehr gepflegte Kirche mitten im Ort, umgeben vom Meerfelder Friedhof. Auch sie gehört für mich zu dem Bild dieses Dorfes, das sich tief eingeprägt hat.

Besonders gespannt war ich auf eine Sache, die mich schon als Kind fasziniert hatte: die Modelleisenbahn, die eine Privatperson im Vorgarten gebaut hat. Schon früher war das für mich ein absolutes Highlight. Und tatsächlich stand sie dort noch immer, am Anfang der Straße „Schulweg“. Nach rund 30 Jahren.

Dass sie nach all den Jahren noch da ist, hat mich wirklich berührt. Die Bahn fuhr an diesem Tag zwar nicht, vermutlich auch wegen der Jahreszeit, aber allein ihr Anblick war sofort wieder vertraut. An manchen Dingen hängen eben mehr Erinnerungen, als man im Alltag ahnt.

Bevor wir den Aufstieg zum Landesblick angingen, gab es unterwegs noch einen kleinen Zwischenstopp an einem Ziegengehege an der Straße „Auf’m Stamp“. Dort hängt ein Automat, an dem man für 50 Cent Ziegenfutter ziehen kann. Natürlich haben wir das ausprobiert und die Tiere gefüttert. Gerade solche kleinen Momente bleiben am Ende oft genauso in Erinnerung wie die großen Ausblicke.


Hinauf zum Landesblick und rund ums Maar

Blick auf Meerfeld

Dann begann der eigentliche Aufstieg zum Landesblick. In Meerfeld sagt man dazu auch „Null“. Für geübte Wanderer mag der Weg überschaubar sein, aber wenn man im Alltag nicht ständig unterwegs ist, merkt man die Höhenmeter schon.

Gleichzeitig liegt genau darin ein Teil des Reizes: Man ist draußen, bewegt sich, kommt Schritt für Schritt höher und wird unterwegs immer wieder mit neuen Blicken auf Meerfeld und das Maar belohnt.

Blick auf die Kirche St. Johannes der Täufer

Ich habe auf dem Weg einige Fotos gemacht, vom Wanderpfad, vom Ort und natürlich von der Landschaft rund um das Meerfelder Maar.

Fast geschafft: Der Landesblick. Oben rechts ist der Mond zu sehen.

Oben angekommen wurden wir mit bestem Wetter belohnt. Der Blick über Meerfeld und das Meerfelder Maar war genauso beeindruckend, wie ich ihn mir erhofft hatte.

Von dort oben wurde mir noch einmal bewusst, warum mir dieser Ort all die Jahre so präsent geblieben ist: wegen dieser Weite, dieser Abgeschlossenheit des Dorfes und dieses ganz eigenen Gefühls, das Meerfeld ausstrahlt. Der Aussichtsturm gehört zu den markantesten Punkten rund um das Maar. Von dort oben sieht man besonders gut, wie außergewöhnlich diese Landschaft ist.

Meerfeld vom Landesblick aus fotografiert: Im Vordergrund ist das Maar zu sehen, dahinter der Sportplatz. Oben sieht man Bettenfeld.

Der Abstieg erfolgte auf der östlichen Seite. Auch dort haben wir immer wieder angehalten, um Fotos aufzunehmen. In Meerfeld muss man nicht hetzen. Gerade das langsame Gehen, das Schauen und das Wiederentdecken machen den Reiz aus.

Danach ging es weiter zum „Urknall“. Dieser Punkt gehört zu den Orten rund um Meerfeld, die Landschaft und Gedanken auf eine besondere Weise miteinander verbinden. Anschließend sind wir noch um das Maar gelaufen. Das Meerfelder Maar und seine Umgebung stehen unter Naturschutz. Am Weg zeigen sich Wiesen, Schilfzonen und eine Landschaft, die nicht laut beeindrucken will, sondern gerade durch ihre Ruhe wirkt.

Zum Schluss kamen wir noch an der Kräuterspirale vorbei. Ich kann mich nicht erinnern, dass es sie früher schon gab, deshalb wirkte sie auf mich wie eine neue kleine Entdeckung in einem eigentlich vertrauten Ort.

Genau das war überhaupt das Schöne an diesem ersten Tag in Meerfeld: Vieles kam mir bekannt vor, manches war neu und beides hat erstaunlich gut zusammengepasst.


Ein ruhiger Abend im NaturPurHotel

Zurück im Hotel haben wir den Tag deutlich entspannter ausklingen lassen. Erst ging es in den Saunabereich, dann zum Abendessen. Beides kann ich wirklich empfehlen. Gerade nach dem Aufstieg zum Landesblick war die Sauna perfekt, und auch das Essen im Hotel war sehr gut.

So endete unser erster Tag in Meerfeld: mit viel frischer Luft, vielen Erinnerungen und dem schönen Gefühl, an einen Ort zurückgekehrt zu sein, der auch nach vielen Jahren nichts von seiner besonderen Wirkung verloren hat.


Manderscheid, Burgen und Regenwetter

Der zweite Tag begann mit Regen. Nach dem sehr leckeren Frühstück im NaturPurHotel hielt uns das aber nicht davon ab, nach Manderscheid zu fahren. Von Meerfeld aus ist man mit dem Auto in wenigen Minuten dort. Gerade das macht die Gegend so angenehm: Innerhalb kurzer Distanzen wechseln sich stille Dörfer, Burgen, Wanderwege und vulkanisch geprägte Landschaften beinahe mühelos ab.

Unser Auto stellten wir auf dem Parkplatz unterhalb der Niederburg ab. Zu meiner Überraschung musste man dort inzwischen ein Parkticket lösen. In den 1990er Jahren war das, soweit ich mich erinnere, noch anders. Etwas umständlich war nur, dass die Zahlung per EC-Karte an diesem Tag nicht funktionierte. Weil wir auch kein Bargeld dabeihatten, blieb uns nichts anderes übrig, als die passende App herunterzuladen und das Parkticket per PayPal zu bezahlen.


Die Niederburg Manderscheid

Danach ging es in die Niederburg, oder besser gesagt in das, was von ihr heute noch erhalten ist. Die Niederburg thront über dem Liesertal und gehört zu den markantesten mittelalterlichen Burgruinen der Region. Sie wurde im Spätmittelalter stark ausgebaut und galt lange als nahezu uneinnehmbar. Besonders Graf Wilhelm V. von Manderscheid ließ sie zu einer mächtigen Festung erweitern, die den darunterliegenden Ort gleich in das Verteidigungssystem einbezog.

Weil wir davon ausgegangen waren, dass die Burgführung auch samstags um 12 Uhr stattfindet, gingen wir zunächst in den kleinen Burgladen und fragten dort nach. Der Mitarbeiter erklärte uns, dass Führungen nicht samstags stattfinden. Die Niederburg kann aber auch ohne Führung besichtigt werden. Der reguläre Eintritt für Erwachsene liegt derzeit bei 5 Euro, mit Führung wären es 7,50 Euro.

Genau so haben wir es dann auch gemacht. Statt eines richtigen Tickets bekamen wir nur einen Kassenbon, den ich als Andenken zwar etwas schade fand, aber nun gut. Dazu der Hinweis, dass es durch den Regen rutschig sei und wir die Burg auf eigene Gefahr betreten würden. Das passte an diesem Tag durchaus zur Stimmung: nass, grau, ein bisschen ungemütlich, aber gerade deshalb irgendwie passend für eine Burgruine.

Bevor der Rundgang richtig beginnt, kann man sich zunächst ein Modell der Burg anschauen. Das ist hilfreich, weil man dadurch besser versteht, wie groß und komplex die Anlage einmal gewesen sein muss. Und dann kam noch einer dieser Momente, die man nicht planen kann: Die Burgkatze lief direkt zu uns, sprang auf das Modell und wollte gekrault werden. Allein dafür hat sich der Besuch schon fast gelohnt.

Dann ging es aber wirklich los. Überall auf dem Gelände finden sich kleine Infotafeln und QR-Codes. Auch ohne vertiefende App bekommt man bereits eine recht gute Vorstellung davon, wie die Niederburg früher aufgebaut war und welche Bereiche welche Funktionen hatten. Gerade weil heute nur noch Teile erhalten sind, hilft diese Mischung aus Ruine, Modell und Information dabei, die Burg im Kopf wieder ein Stück weit zusammenzusetzen.

Vom Bergfried aus hat man einen schönen Blick über die gesamte Niederburg, das Burg-Café und Teile von Manderscheid. Was man von dort allerdings nicht bekommt, ist der eine große Überblick über den gesamten Ort. Dafür liegt die Burg zu sehr auf ähnlichem Höhenniveau wie Teile der Stadt. Gerade das macht die Perspektive aber interessant: Man blickt nicht nur in die Tiefe, sondern eher auf Augenhöhe in die Umgebung hinein.

Blick auf die Oberburg

Zu Fuß hinauf zur Oberburg

Anschließend gingen wir wieder hinunter zur Lieserbrücke und von dort durch das Tal weiter in Richtung Oberburg. Der Weg nach oben führt über kleine, teils enge und bei Regen durchaus anspruchsvolle Pfade. Ganz ungefährlich wirkt das an manchen Stellen nicht, vor allem wenn der Boden nass ist. Gerade deshalb hatte dieser Abschnitt etwas Abenteuerliches. Mich erinnerte das stellenweise tatsächlich an Filmkulissen aus „Der Herr der Ringe“.

Die Oberburg ist die ältere der beiden Manderscheider Burgen. Sie wurde bereits 973 erstmals urkundlich erwähnt und thront seit über tausend Jahren auf einer eigens abgeflachten Bergspitze oberhalb des Liesertals. Charakteristisch sind die fast dreieckige Außenmauer und der fünfstöckige Bergfried, der heute wieder begehbar ist.

Blick vom Burgfried der Oberburg

Von oben hat man einen tollen Blick auf die Niederburg, das Tal und auch auf die Hängebrücken des Burgenklettersteigs. Überhaupt ist genau dieser Kontrast das Besondere an Manderscheid: zwei Burgen, die sich im engen Tal gegenüberstehen und deren Geschichte eng mit territorialen Machtkämpfen verbunden ist. Im Mittelalter standen hier die Trierer Kurfürsten auf der einen und die Grafen von Manderscheid auf der anderen Seite gegenüber. Das enge Liesertal war also nicht nur landschaftlich spektakulär, sondern politisch und militärisch lange ein echter Konfliktraum.


Rittersteig, Grafenfels und das raue Liesertal

Für uns ging es dann weiter mit dem Abstieg am Nordhang der Oberburg. Nördlich der Burg erreicht man die Wäschebachbrücke. Hinter der Brücke führt der Weg zunächst wieder auf schmalen Pfaden bergauf. Wir wanderten dann am Osthang entlang bis zum Grafenfels und stiegen anschließend über den Manderscheider Rittersteig ab.

Blick vom Grafenfels auf die Niederburg

Gerade dieser Abschnitt hat mir besonders gut gefallen. Der Rittersteig wirkt wild, schmal und an manchen Stellen fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Dass dieser Weg tatsächlich eine lange Geschichte hat, passt gut zu diesem Eindruck. Nach Angaben vor Ort ist er bereits auf Wanderkarten des 19. Jahrhunderts verzeichnet. Vieles spricht sogar dafür, dass der Felsenpfad schon zur Zeit der Ritter und Grafen genutzt wurde.

2016 wurde er wieder freigelegt und begehbar gemacht. Auch der heutige Manderscheider Burgenstieg mit Rittersteig gehört zu den bekanntesten Rundwanderungen der Region und verbindet auf relativ kurzer Strecke Mittelalterkulisse und Vulkaneifellandschaft sehr eindrucksvoll.


Das Maarmuseum in Manderscheid

Das Maarmuseum

Nach der Wanderung fuhren wir mit dem Auto direkt nach Manderscheid hinein, parkten an der Kurfürstenstraße und gingen ins Maarmuseum. Das Museum wirkt auf mich nicht geschniegelt oder hochmodern, sondern eher liebevoll gemacht, fast ein wenig handgebaut. Gerade das hat seinen eigenen Charme. Man merkt, dass hier nicht bloß ausgestellt, sondern auch erklärt und vermittelt werden soll. Wir zahlten pro Ticket 3 Euro.

Allerdings ist man auch recht schnell durch die Ausstellung. Das ist kein Museum, in dem man einen halben Tag verbringt. Trotzdem lohnt sich der Besuch, vor allem wegen eines Exponats: der Eckfelder Urpferd-Stute. Im Maarmuseum wird das Original des Fossils gezeigt, das 1991 im Eckfelder Maar gefunden wurde. Dieses kleine Urpferd lebte vor rund 45 Millionen Jahren in einem subtropischen Regenwald und zählt zu den ältesten Vorfahren der heutigen Pferde. Allein dafür lohnt sich der Besuch schon.

Der Eingangsbereich des Museums

Pause im De Port Weincafé

Vom Maarmuseum gingen wir vorbei am Rathaus weiter ins De Port Weincafé. Das Café ist sehr gemütlich, der Kamin war an, und vermutlich waren wir wegen des Wetters die einzigen Gäste.

Gerade nach dem nassen Burgenrundgang war das genau der richtige Ort, um einmal kurz runterzukommen. Die heiße Schokolade, der Käsekuchen und die Waffel kann ich jedenfalls nur empfehlen.


Abendessen in der Heidsmühle

Anschließend fuhren wir zurück nach Meerfeld ins Hotel, wo es erst einmal wieder in die Sauna ging. Am Abend ging es dann weiter zur Heidsmühle. Dort wollte ich meiner Freundin unbedingt etwas zeigen, das ich aus meiner Kindheit noch sehr lebendig in Erinnerung hatte: das Forellenfüttern.

Als wir ankamen, wollten wir zunächst am Fischfutterautomaten Futter holen. Der funktionierte allerdings nicht. Also gingen wir erst einmal ohne Futter weiter in Richtung Forellenbecken. Dabei fiel sofort auf, dass die Brücken, über die man früher direkt dorthin gelangte, nicht mehr vorhanden waren. Also gingen wir in das Restaurant hinein und hatten Glück, noch einen freien Tisch zu bekommen. Reserviert hatte ich nicht, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass es dort so voll sein würde.

Ich fragte die Kellnerin nach dem Fischfutterautomaten. Sie erklärte uns, dass dieser derzeit außer Betrieb sei, man Fischfutter aber an der Theke kaufen könne. Nach dem sehr leckeren Essen gingen wir dann mit Fischfutter durch den Hinterausgang des Restaurants direkt zu den Forellenbecken.

Leider war das Erlebnis nicht mehr so, wie ich es aus meiner Kindheit in Erinnerung hatte. Es waren nur wenige Fische da, und die schienen auch alle keinen großen Hunger zu haben. Früher war das anders. Damals warf man eine Handvoll Futter ins Wasser, und sofort stürzten sich unzählige Forellen darauf. Es spritzte, es war laut, lebendig und als Kind natürlich beeindruckend. Umso ernüchternder war mein Eindruck diesmal.

Erschrocken war ich auch über den Zustand des Außengeländes. Dafür gibt es allerdings sehr wahrscheinlich einen ernsten Hintergrund: Die Heidsmühle wurde beim Hochwasser im Juli 2021 massiv beschädigt. Nach meiner Rechreche wurden der Restaurant- und Thekenbereich, die Terrasse und die Gartenanlage von den Wassermassen stark verwüstet. Dass das Außengelände heute noch an manchen Stellen mitgenommen wirkt, dürfte also zumindest teilweise eine Folge dieser Katastrophe sein.


Mosenberg, Windsborn und Abschied

Am nächsten und letzten Tag ging es nach dem wieder sehr guten Frühstück im NaturPurHotel und nach dem Auschecken mit dem Auto nach Bettenfeld, genauer gesagt zum Parkplatz am Mosenberg. Schon von dort aus hat man einen guten Blick auf das kleine Hinkelsmaar.

Das Hinkelmaar

Der Mosenberg ist geologisch besonders spannend, weil es sich nicht um einen einzelnen Vulkan, sondern um eine Reihenvulkangruppe aus fünf Schlackenkegeln handelt. Das Hinkelsmaar gehört dazu und repräsentiert den jüngsten Ausbruch dieser Gruppe. Es ist heute kein klassischer Maarsee mehr, sondern ein Zwischenmoor, in dem nach Niederschlägen teilweise noch Wasser steht.


Auf dem Weg zum Windsborn-Kratersee

Vom Parkplatz aus kann man sehr schön zum Windsborn-Kratersee und weiter zum Gipfelkreuz wandern. Der Weg hinauf ist stellenweise allerdings ordentlich steil. Gerade das macht die Tour aber reizvoll, weil sich mit jedem Abschnitt die Landschaft ein wenig verändert.

Der Windsborn-Kratersee

Der Windsborn ist einer der außergewöhnlichsten Orte der Vulkaneifel. Anders als ein Maar ist er ein mit Regenwasser gefüllter Krater eines Schlackenkegels. Dadurch gilt er als einziger echter Kratersee nördlich der Alpen. Der See liegt auf etwa 497 Metern Höhe, ist relativ flach und von einer empfindlichen Verlandungszone umgeben, in der sich seltene Pflanzen und Insekten angesiedelt haben. Langfristig entwickelt sich der See immer weiter in Richtung Hochmoor.


Gipfelkreuz, Lichtung und Eifelblick

Vom Gipfelkreuz aus wanderten wir über eine sehr schöne Lichtung weiter zum Aussichtsturm Mosenberg. Von dort ging es durch ein kleines Tal mit saftig grünen Wiesen in Richtung Eifelblick. Diese Passage hatte etwas fast Unwirkliches. Alles wirkte ruhig, frisch und weich, fast ein wenig wie eine Filmkulisse.

Am Eifelblick gibt es zwei Sonnenliegen aus Holz. Dort haben wir eine Pause gemacht. Die warme Sonne, absolute Ruhe, dazu nur Vogelstimmen und zwischendurch das Klopfen eines Spechts: Das war pure Entspannung. Der Aussichtspunkt trägt seinen Namen zu Recht. Vom Mosenberg-Vulkankomplex öffnet sich der Blick weit ins Liesertal und über Manderscheid.


Vulkanerlebnispark Mosenberg

Von dort aus ging es für uns weiter zum Vulkanerlebnispark Mosenberg. Hier wird die vulkanische Vergangenheit der Region noch einmal besonders greifbar.

Blick auf den Mosenberg vom Meerfelder Landesblick

Der Geopark beschreibt den Mosenberg als eine Gruppe mehrerer Schlackenkegel, an der sich die vulkanische Geschichte der Eifel sehr anschaulich ablesen lässt. Gerade die Lavasteilwand und die geologischen Aufschlüsse vor Ort machen sichtbar, mit welcher Wucht die Ausbrüche die Landschaft einst geformt haben.

Die Mitte des Vulkankegels

Mir gefiel besonders, dass man dort nicht nur schaut, sondern wirklich beginnt zu verstehen, was hier einmal passiert sein muss. Viele verschiedene Gesteinsarten sind ausgestellt, dazu auch Lavabomben, die einen schon allein wegen ihrer Form und Größe beeindrucken.

Der Vulkanerlebnispark Mosenberg bei Bettenfeld

Im kleinen stillgelegten Steinbruch erkennt man besonders gut den Kontakt zwischen zwei unterschiedlichen Gesteinstypen. Unten liegt ein erkalteter Basaltlavastrom, darüber Ablagerungen aus einer späteren Phase des Ausbruchs, als große Mengen Schlacken ausgeworfen wurden. Genau diese sichtbaren Schichten machen den Ort so spannend: Was auf den ersten Blick nur wie Fels aussieht, erzählt bei genauerem Hinsehen die Geschichte eines Vulkanausbruchs. Der Geopark verweist hier ausdrücklich auf die geologischen Aufschlüsse, die die explosiven Prozesse von damals nachvollziehbar machen.


Ein letzter Blick auf Meerfeld

Über den alten Steinbruch ging es schließlich zurück zum Parkplatz. Bevor wir dann wieder zurück in die Heimat nach Willich fuhren, hielt ich mit dem Auto noch einmal an der L16 an und machte ein Foto über die Felder in Richtung Landesblick. Meerfeld selbst sieht man von dort nicht, weil es zwischen Landesblick und Bettenfeld im Tal liegt. Aber gerade dieser letzte Blick passte gut zum ganzen Wochenende.

Dann fuhren wir nach Hause. Und ich hoffe sehr, dass wir bald wiederkommen. Meerfeld und die Eifel sind einfach zu schön. Es ist eine Landschaft, die den Kopf frei macht und den Alltagsstress für eine Weile in den Hintergrund rückt.