Am 14. September 2025 findet in Nordrhein-Westfalen die nächste Kommunalwahl statt. Diesen Termin hat NRW-Innenminister Herbert Reul am 25.09.2024 offiziell festgelegt. Zeitgleich findet auch die Wahl zur Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr statt. Sollte es zu Stichwahlen kommen, werden diese am 28. September 2025 abgehalten.
Diesen Blog-Artikel werde ich fortlaufend bis zur (Stich-)Wahl aktualisieren.
Letztes Update: 16.03.2025
Inhaltsverzeichnis
ToggleDas Wahlsystem: Rechtliche Infos zur Kommunalwahl 2025
Wer und was wird gewählt?
Bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen können die Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt- oder Gemeinderäte sowie die Landräte und Bürgermeister direkt wählen. Somit besteht die Kommunalwahl aus insgesamt vier Wahlen:
- Stadtrat
- Bürgermeister
- Kreistag
- Landrat
Wer darf wählen?
Aktiv wahlberechtigt ist jeder Deutsche oder EU-Bürger, der das 16. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens 16 Tagen seinen (Haupt-)Wohnsitz in der Gemeinde bzw. Stadt hat. Passiv wahlberechtigt, also wählbar, ist jeder Wahlberechtigte, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens drei Monaten seinen (Haupt-) Wohnsitz in der Stadt hat.
Wie viele Stimmen hat man?
Jede Wählerin und jeder Wähler hat eine Stimme, mit der er einen Wahlkreiskandidaten und gleichzeitig auch die sogenannte Reserveliste einer Partei für den Stadtrat und Kreistag wählt. Bei der Kommunalwahl 2025 hat man somit für jeden Wahlzettel eine Stimme:
- 1 Stimme für die Bürgermeisterwahl,
- 1 Stimme für die Wahl des Stadtrats,
- 1 Stimme für die Landratswahl
- und 1 Stimme für die Wahl des Kreistags.
Was ist die Reserveliste?
Die Reserveliste bei Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist eine Liste, die es Parteien ermöglicht, auch dann Vertreter in den Stadtrat oder Kreistag zu schicken, wenn sie in den einzelnen Wahlbezirken nicht die meisten Stimmen erhalten haben.
Vor der Wahl wählen die Mitglieder einer Partei in einer Versammlung ihre Kandidaten aus. Sie entscheiden, wer in den einzelnen Wahlbezirken kandidiert und wer auf die Reserveliste kommt. Letztere ist besonders wichtig, wenn die Partei insgesamt viele Stimmen bekommt, aber in keinem Wahlbezirk genug erhält, um direkt einen Sitz zu erhalten.
Die Reserveliste stellt eine Rangfolge von Kandidaten dar, die, basierend auf dem Wahlergebnis, nachträglich in den Rat oder Kreistag einziehen. Bei der Wahl haben die Wähler auf dem Stimmzettel nicht nur die Namen der Direktkandidaten aus den Wahlbezirken, sondern auch die Kandidaten, die auf den vorderen Plätzen der Reserveliste stehen. Diese werden dann entsprechend der Gesamtstimmenzahl der Partei nachträglich berücksichtigt.
Mit seiner Stimme wählt der Wähler im Grunde gleich zwei Dinge: Einerseits gibt es die einzelnen Ratswahlbezirke, bei denen jeweils ein Kandidat direkt gewählt wird. Andererseits gibt es die Reserveliste, auf der Parteien Kandidaten für die Plätze in den Räten aufstellen, die nicht direkt über die Wahlbezirke vergeben werden.
Falls eine Partei in bestimmten Wahlbezirken nicht die meisten Stimmen bekommen hat, kann sie dennoch über die Reserveliste Plätze im Stadtrat oder Kreistag erhalten, je nachdem, wie viele Stimmen sie insgesamt in der Stadt oder im Kreis bekommen hat. So wird sichergestellt, dass jede Partei im Rat entsprechend ihrer Gesamtstimmenzahl vertreten ist und nicht nur die Parteien, die in den einzelnen Bezirken direkt gewonnen haben. So geht keine Stimme verloren. Jede Stimme zählt.
Ein einfaches Beispiel: Bei der Stadtratswahl in Willich im Jahr 2020 hat die CDU in jedem einzelnen Ratswahlbezirk die meisten Stimmen bekommen. Dennoch sitzen im Rat auch Vertreter von anderen Parteien wie der SPD, den Grünen, der FDP und einer Wählergemeinschaft, weil die Reserveliste sicherstellt, dass jede Partei im Stadtrat nach ihrer Gesamtstimmenzahl vertreten ist.
Wahlbezirke in der Stadt Willich
Am 12.12.2024 haben wir im Wahlausschuss die Einteilung des Wahlgebietes in 24 Wahlbezirke einstimmig beschlossen.
Mit Blick auf die Kommunalwahl 2025 musste die Stadt Willich eine Anpassung der Wahlbezirke vornehmen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Insgesamt bleibt die Zahl der Wahlbezirke unverändert bei 24, allerdings gibt es eine kleinere Veränderung im Stadtteil Anrath. Im Wahlbezirk 9200 wurde die zulässige Toleranzgrenze bei der Zahl der Wahlberechtigten überschritten. Um dies auszugleichen, wurde die Bachstraße mit ihren 85 Wahlberechtigten dem benachbarten Wahlbezirk 9180 zugeordnet. Durch diese Anpassung bleibt die Einhaltung der maximal zulässigen Abweichungen gewährleistet, und beide betroffenen Wahlbezirke entsprechen weiterhin den gesetzlichen Anforderungen.
Diese Parteien und Kandidaten stehen zur Wahl
Zum Stadtrat in Willich stellen sich mit CDU, SPD, FDP und GRÜNE insgesamt vier Parteien sowie die sogenannte „Wählergemeinschaft für Willich“ zur Wahl. Für das Bürgermeisteramt kandidieren Christian Pakusch sowie Beate Franke.
Parteien und Wählergemeinschaften
CDU
Allgemeine Infos: Die CDU wurde 1945 in der Nachkriegszeit gegründet und ist eine der ältesten und größten politischen Parteien Deutschlands. Sie versteht sich als Volkspartei der Mitte-Rechts und verfolgt eine konservative, christlich orientierte politische Ausrichtung. Die CDU möchte sich für die Förderung von Marktwirtschaft, Sicherheit, Familienpolitik und christlichen Werten einsetzen.
SPD
Allgemeine Infos: Die SPD wurde 1863 gegründet und ist die älteste politische Partei in Deutschland. Sie setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechte und die Förderung von Chancengleichheit ein. Als Partei der Mitte-Links verfolgt die SPD eine sozialdemokratische Agenda, die auf eine starke Sozialstaatlichkeit und die Integration von Sozialreformen abzielt.
FDP
Allgemeine Infos: Die FDP wurde 1948 gegründet und versteht sich als Partei der individuellen Freiheit und der marktwirtschaftlichen Ordnung. Sie ist eine liberale Partei, die stark auf den Schutz der Grundrechte, die Förderung von Bildung und Wirtschaft sowie auf die Eigenverantwortung der Bürger setzt. Die FDP befürwortet eine schlanke Staatsführung und eine Politik, die Unternehmertum und Innovation fördert.
GRÜNE
Allgemeine Infos: Die Grünen wurden 1980 gegründet und setzen sich vor allem für Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Wirtschaftsweise ein. Die Partei hat ihren Ursprung in der Umweltbewegung und der Friedensbewegung und verfolgt eine politische Ausrichtung, die auf ökologische Verantwortung und soziale Inklusion abzielt.
Rückblick auf die Kommunalwahl 2020
Für uns in Willich ist dieser Termin besonders wichtig. Denn bei den letzten Kommunalwahlen konnte der CDU-Bürgermeisterkandidat die Bürgermeisterwahl mit über 50 Prozent der Stimmen für sich entscheiden, was ihn zum Nachfolger von Josef Heyes machte. Immerhin: Die CDU verfehlte die absolute Mehrheit im Stadtrat, was uns als SPD in dieser Wahlperiode Gestaltungsmöglichkeiten eröffnete.
Die Grünen konnten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2014 verdoppeln und sich als zweitstärkste Kraft positionieren. Wir hingegen blieben hinter unseren Erwartungen zurück und auch unser Bürgermeisterkandidat Dietmar Winkels erreichte mit 15,6 Prozent ein enttäuschendes Ergebnis. Doch wir lassen uns nicht entmutigen und werden auch 2025 mit frischem Wind und neuen Ideen antreten. Besonders wichtig ist es mir, dass wir als SPD insgesamt wieder näher an die Menschen heranrücken und ihre Anliegen direkt in den Stadtrat tragen.
Ebenfalls in den Stadtrat zog die Wählergemeinschaft „Für Willich“, ein, die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Die FDP musste herbe Verluste hinnehmen und landete weit unter ihrem vorherigen Ergebnis.
Ich freue mich auf einen intensiven Wahlkampf zur Kommunalwahl 2025, der von Sachthemen und echter Bürgernähe geprägt sein wird. Nur gemeinsam können wir Willich in eine erfolgreiche Zukunft führen!
Wahlprogramm 2020 – 2025 der SPD
Am 10. Februar 2020 haben unsere Mitglieder das Programm zur Kommunalwahl 2020 einstimmig beschlossen. Es ist hier abrufbar.
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