In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 25.02.2025 wurde über die Zukunft der Bauberatung in Willich diskutiert. Anlass war ein Antrag der FDP-Fraktion, die Herausforderungen und Bedarfe in diesem Bereich genauer zu analysieren. Dabei wurde deutlich: Die Bauberatung ist eine freiwillige Leistung der Stadt und kostet uns als Steuerzahler jährlich rund 200.000 Euro.
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ToggleAngesichts der angespannten Haushaltslage und der Tatsache, dass diese Beratung vor allem privaten Bauherren, Investoren und Eigentümern zugutekommt, habe ich in der Ausschusssitzung angeregt, die Bauberatung künftig kostenpflichtig anzubieten.
Warum eine Gebührenpflicht sinnvoll ist
Mehr Gerechtigkeit
Aktuell wird die Bauberatung aus allgemeinen Steuermitteln finanziert. Das bedeutet, dass jeder Bürger – auch derjenige, der niemals bauen wird – indirekt für die Beratung von Immobilienbesitzern und Investoren aufkommt. Das ist aus meiner Sicht ungerecht.
Entlastung des Haushalts
Eine Gebühr könnte dazu beitragen, dass die Stadt Willich Kosten deckt oder zumindest reduziert. Andernorts gibt es bereits Modelle, bei denen Bauherren für Beratungsleistungen zahlen – beispielsweise in Neuss, wo eine halbstündige Beratung 50 Euro kostet.
Verursacherprinzip anwenden
Wer eine individuelle Leistung in Anspruch nimmt, sollte auch selbst dafür zahlen. In vielen Bereichen werden Gebühren für freiwillige Dienstleistungen erhoben – warum also nicht auch hier?
Wie könnte ein faires Gebührensystem aussehen?
Andere Städte machen es vor: In Neuss gibt es eine klare Gebührenordnung für die Bauberatung. Dort kostet eine halbstündige Beratung:
- 50 Euro für Bürgerinnen und Bürger
- 100 Euro für Fachplaner und Architekten
Ähnliche Gebühren könnten auch in Willich eingeführt werden. Eine kostenlose Erstberatung für einfache Fragen wäre weiterhin möglich, während intensivere Beratungen kostenpflichtig wären.
Gibt es Gegenargumente?
Natürlich gab es auch sofort Kritik an dem Vorschlag für eine Gebührenpflicht:
Bauherren könnten sich weniger beraten lassen und dadurch mehr Baufehler machen.
Ich glaube, wer bauen möchte, investiert ohnehin viel Geld – da sollte eine geringe Gebühr für eine fachkundige Beratung nicht das Problem sein.
Die Bauberatung kann Planungsfehler vermeiden und spart damit langfristig Kosten für Verwaltung und Bauherren.
Das stimmt – aber auch eine bezahlte Beratung erfüllt diesen Zweck.
Die Bauberatung sorgt für Rechtssicherheit, was auch der Stadt zugutekommt.
Eine kostenpflichtige Beratung wäre weiterhin verfügbar und könnte sogar qualitativ verbessert werden.
Wie geht es weiter?
Im Haupt- und Finanzausschuss wurde entschieden, dass die Verwaltung bis zur Ratssitzung im März Beispiele gebührenpflichtiger Modelle aus anderen Städten zusammenträgt. Dann werden wir entscheiden, ob Willich den kostenlosen Service beibehält, in Gänze einstellt oder eine Gebühr einführt.
Meine Meinung
Eine kostenpflichtige Bauberatung wäre ein fairer und haushaltsschonender Weg, um die Kosten gerechter zu verteilen. Eigentümer und Bauherren profitieren direkt von der Beratung – sie sollten daher auch selbst dafür aufkommen.
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